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Google: "Android heizt mobile Internetnutzung an"

21.10.2008
19:12

Das erste Android-Handy G1 wird in den USA ausgeliefert

Inhaltsverzeichnis:

1. Offene Plattform als Katalysator für mobile Internetnutzung
2. Das große Dilemma der deutschen Mobilfunkbetreiber

Mit dem morgigen Auslieferungsbeginn des ersten Android-Handys G1 zündet die Mobilfunkbranche die nächste Stufe der mobilen Internetnutzung. So sieht es jedenfalls Rich Miner, Head of Mobile Platforms bei Google, dem Initiator des neuen Handy-Betriebssystems. Die Offenheit der Handy-Plattform werde die weitere mobile Nutzung von Internetdiensten wesentlich beschleunigen, sagte er heute auf der Communication World, die im Rahmen der Systems 2008 in München stattfindet. Dabei soll das G1, das zunächst exklusiv bei dem Mobilfunkbetreiber T-Mobile in den USA verkauft wird, nichts weniger als dem Erfolg des Apple iPhone 3G nacheifern. "Besitzer eines Apple iPhone nehmen Suchanfragen über Google 50 Mal häufiger vor als dies bei anderen Endgeräten der Fall ist", berichtete Miner. Dass die iPhone-Besitzer Internetdienste wie die Suchmaschine von Google mehr als andere Handy-Nutzer in Anspruch nehmen, liegt seiner Ansicht nach neben günstiger werdenden Datentarifen vor allem daran, dass das Apple iPhone die Nutzung der Dienste auf einfache Weise ermögliche.
Das Google-Handy G1

Dafür, dass das G1 und kommende Smartphones mit dem Betriebssystem Android ein ähnliches Nutzungserlebnis bieten werden, sorgt laut Miner die Offenheit der auf Linux basierenden Plattform, an der schon bald - nach Veröffentlichung des Quellcodes - alle interessierten Entwickler mitarbeiten oder für Android-Handys Anwendungen entwickeln könnten. Hersteller, die Android auf ihren Handy-Modellen einsetzen wollen, müssten keine Lizenzierungskosten zahlen und sparten sich langwierige Testläufe. Auf diese Weise gelangten die neuen Geräte nicht nur schneller und zu niedrigeren Produktionskosten auf den Markt, auch Software-Fehler würden schneller beseitigt als bei anderen Betriebssystemen, so der Google-Manager. "Keiner soll die Plattform beherrschen, sonst gibt es dort keine Innovationen mehr", betonte er in München.

Das G1 soll Internetnutzung wie am Desktop-PC ermöglichen

Der Nutzer soll dabei von den Möglichkeiten profitieren, wie am Desktop-PC jede Website über den Handy-Browser ansurfen und beliebige Applikationen zusätzlich auf dem Mobiltelefon installieren zu können. Das sowohl über einen Touchscreen als auch per echter Tastatur bedienbare Quadband-Smartphone G1 (GSM-Netze um 850, 900, 1 800 und 1 900 MHz) erlaubt per UMTS bzw. HSDPA Datenempfangsraten von bis zu 7,2 MBit/s. Für die Datenübertragung unterstützt das von HTC hergestellte Gerät den HSUPA-Standard. Dank einer WLAN-Schnittstelle können die G1-Besitzer an stationären Hotspots eine Verbindung ins Internet aufbauen.

Neben einem Web-Browser und einem E-Mail-Client bietet das G1 einen einfachen Zugang zu verschiedenen Google-Diensten wie der Suchmaschine, Google Maps, Google Talk oder YouTube. Wie beim Apple iPhone ein iTunes-Konto ist beim G1 ein Gmail-Account Voraussetzung für die Nutzung des Android-Smartphones, zudem finden Nutzer auch für Android-Handys zusätzliche Applikationen in einem Apps Store. Auch wenn Google betont, Android und das G1 zusammen mit HTC, T-Mobile und Partnerunternehmen aus der Open Handset Alliance entwickelt zu haben, so hatte die Stimme des taiwanesischen Handy-Herstellers offenbar das geringste Gewicht im Produktionsprozess, bestimmte Google nach eigenen Angaben doch sogar wesentliche Punkte des Designs des Geräts.

Kommende Android-Handys sind auch bei anderen Handy-Herstellern in Planung. Beispielsweise will Medienberichten zufolge Motorola Mitte kommenden Jahres ein unter dem von Google initiierten Betriebssystem laufendes Handy-Modell herausbringen. Google selbst erhofft sich durch das offene Betriebssystem eine zunehmende Verbreitung von internetfähigen Handys, eine zunehmende mobile Nutzung von Internetdiensten und damit eine größere Reichweite für seine Werbekunden sowie größere Werbeeinnahmen.

Konkurrenz: Blackberry Storm und Nokia 5800 XpressMusic

Neue Konkurrenz soll schon in einigen Tagen durch den bei Vodafone erhältlichen Blackberry Storm auf den Markt treten. Auch Marktführer Nokia ist auf den Zug der im Trend liegenden Touchscreen-Internet-Handys aufgesprungen. Anfang dieses Monats hat Nokia das Modell 5800 XpressMusic vorgestellt, das noch in diesem Quartal in den Handel kommen soll. Das Nokia 5800 XpressMusic läuft unter der Symbian-S60-Plattform in der Version 5, die unter anderem erweiterte Display-Auflösungen unterstützt. Auch die Funktionen des integrierten Web-Browsers wurden ausgebaut, zum Beispiel um Flash-Unterstützung. Als Tor zum mobilen Internet soll das Nokia-Portal Ovi dienen. In München plädierte auch Anssi Vanjoki, Executive Vice president Markets bei Nokia, für offene Handy-Plattformen. "Keine Firma kann allein alle Software und Applikationen herstellen", sagte er.

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre