Mobile Internet Device

Erste MIDs: P8860D von Aigo und M528 von Gigabyte

Neue Geräte-Klasse: Erste Mobile Internet Devices kommen in den Handel
Von Jan Rähm
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Ganz jung sind die Geräte nicht mehr, die in den kommenden Wochen und Monaten auf dem Markt erscheinen werden. Schon im Frühjahr verkündete Intel die neue Gerätegeneration auf der Entwicklerkonferenz "Intel Developer Forum" in Peking. Die Rede ist von den Mobile Internet Devices kurz MID genannt. In Deutschland waren Prototypen und Vorserienexemplare dieser Geräte auf der CeBIT in Hannover zu sehen. Jetzt erscheinen die ersten beiden Exemplare im freien Handel. Es handelt sich um die fast baugleichen P8860D von Aigo und M528 von Gigabyte.

Die rund 300 Gramm leichten Geräten messen handliche 15,2 mal 8 mal 2,2 Zentimeter. Beide basieren auf Intels Plattform Menlow und werden von einem Atom-Prozessor "Z500" mit 800 MHz angetrieben. Sie können auf 512 MB Arbeitsspeicher zugreifen. Das bestimmende Bauteil der beiden MIDs ist der berührungssensitive Bildschirm. Er misst 4,8 Zoll und löst mit 800 mal 480 Pixel auf. Als Massenspeicher verbaute der Hersteller Gigabyte eine 4 GB fassende Solid-State-Disk. P8860D von Aigo

Zusätzlich nimmt ein Kartenschacht MicroSD-Cards mit bis 2 GB Kapazität auf. Zum Anschluss an andere Geräte stehen zwei USB-Ports bereit. Einer von beiden bietet Host-Eigenschaften. Das heißt: Der Anschluss kann anders als beispielsweise Handys selbst Geräte wie Massenspeicher aufnehmen. Kabellos verbinden sich die MIDs via WLAN b/g und Bluetooth 2.0 (mit Stereo-Profil). Auch einen UMTS-Chip mit HSDPA-Unterstützung sowie einen GPS-Empfänger hat der Hersteller verbaut. Zur weiteren Ausstattung gehören eine 3-Megapixel-Kamera, ein Kopfhöreranschluss und ein kleiner eingebauter Lautsprecher.

Zwischen Smartphone und Netbook

Als Betriebssystem kommt wie von Intel vorgesehen ein Linux-Derivat zum Einsatz. Dieses soll gegenüber anderen, vor allem Desktop-Linuxen einige Vorteile wie eine extrem geringe Boot-Zeit und verbesserte Ruhemodi bieten. Vorinstalliert sind viele Anwendungen wie zum Beispiel Webbrowser, E-Mail-Client, Instant Messenger und Mediaplayer. Sogar eine Office-Umgebung ist in Form von OpenOffice mit dabei. Für Internettelefonie findet sich der proprietäre Client Skype. M528 von Gigabyte

Als erstes MID ist das P8860D von Aigo im Netz aufgetaucht. Ein Online-Händler bietet das MID für 699 US-Dollar an - weltweiter Versand inklusive. Das baugleiche Gigabyte M528 wird in Kürze erwartet. Wie sich das Gerät anfühlt und was es schon als Vorserienmodell zu leisten vermag, konnte das Linux Magazin auf der CeBIT bereits ausprobieren.

Die Klasse der MIDs bezeichnet Geräte, die in Größe und Leistungsfähigkeit zwischen einem Smartphone und den ebenfalls recht jungen Netbooks stehen. MIDs wurden von Intel konzipiert und basieren noch auf der Menlow-Plattform. Ab 2009 soll dann die neue Moorestown-Plattform zum Einsatz kommen. Als Betriebssystem sind die Geräte für Linux optimiert. Intel fördert die Entwicklung der Software durch Hilfe bei Treibern und Anpassung. Doch der Chiphersteller ist nicht der erste, der Geräte dieser Art erdacht hat. Der finnische Hersteller Nokia hatte bereits vor zwei Jahren mit dem 770 Internet Tablet ein solches Gerät (aber auf anderer Hardwarebasis) im Angebot.