Seit Beginn der digitalen Fotografie wird soviel fotografiert wie nie zuvor. Kein Wunder:
Das Fotografieren selbst ist zunächst quasi kostenlos, denn der Druck auf den Auslöser
verbraucht kein Filmmaterial mehr. Aber spätestens, wenn das Speichermedium voll ist, fragt
sich auch der Fotoamateur, was mit den Bilder in Form digitaler Daten geschehen soll.
Versenden? Woanders speichern? Ausdrucken? Oder einfach löschen? Meist wird es darum gehen,
die Bilder irgendwie von der
Speicherkarte runterzuholen
und woanders hin zu übertragen.
Die mit einem Handy aufgenommenen Fotos per Mobilfunk direkt vom Handy aus per
MMS zu verschicken
ist eigentlich kein Problem - doch die Qualität nach einer Datenkompression für den Versand lässt zu wünschen übrig.
Mehr als ein kleines Erinnerungsfoto von Handy zu Handy ist kaum drin. Zudem ist selbst die
ursprüngliche Qualität von Handyfotos nicht auf dem Niveau aktueller Kompakt- oder gar
Profi-Kameras. Nun gut, für den Hausgebrauch mag es dem einen oder anderen reichen.
Uploadraten noch zu niedrig


Nikon COOLPIX P6000
Die neuen Digitalkameras machen zwar bessere Fotos als Handys, aber deren Bilder können nicht
einfach per Mobilfunk versendet werden – und telefonieren kann man mit den Kameras schon
gar nicht. Gerade wer sehr viele Fotos übertragen will, würde bei der mobilen Datenübertragung an Grenzen stoßen.
"Die derzeitigen Funktechnologien reichen nicht aus, um Bilder mit großen Datenmengen
zu übertragen", sagt Martin Wieser, Foto-Experte von Canon.
"Es wären hier hohe Uploadraten erforderlich." Derzeit liegt aber selbst im besten Fall mit dem HSDPA-Pendant
HSUPA der Upload "nur" bei theoretisch 1,45 MBit/s. Dies ist zwar mehr als bei DSL-Zugängen,
für große Fotosammlungen aber immernoch zu wenig. Bei klassischem UMTS liegt die Upload-Rate dagegen bei
mageren 64 kBit/s. Zweites großes Problem der Übertragung per Mobilfunk:
die Kosten für die Datenübertragung sowie die Drosselung der Übertragungsraten bei Flatrates.
Wer seine Bilder per im Handy integrierten Bluetooth-Chip zum
Beispiel auf ein Fototerminal
für den Ausdruck übertragen will, ist zumindest leicht besser bedient. Hier können maximal 2,1 MBit/s
erreicht werden, die Übertragung ist kostenfrei. Im Büroalltag hat sich die Bluetooth-Technologie allerdings abgesehen von der
Verbindung zwischen Handys bisher nicht recht durchgesetzt. Ähnlich ergeht es der Infrarot-Verbindung,
die zudem noch auf einen direkten Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger angewiesen ist. Daher
zeichnet sich schon hier ab, dass eine Kabelverbindung zum Beispiel im USB- oder Firewire-Standard
zwischen der Kamera bzw. dem Handy und dem PC derzeit immer noch die schnellere und einfachere Variante im Vergleich
zur Funkverbindung darstellt.
Kartentransport bleibt die sichere und schnelle Alternative

Wer sich weder um Funk- noch Kabelstandards zur Übertragung seiner Bilder kümmern will,
überträgt die Daten "mechanisch" - so, wie es die meisten Profifotografen heute tatsächlich
tun: Die Speicherkarte der Kamera wird herausgenommen und direkt in einen passenden Slot im
Notebook bzw. Desktop-PC gesteckt. Dieser wird als eigenes Laufwerk erkannt, so dass sich
die Datenübertragung nur innerhalb des
Computers vollzieht und damit entsprechend schnell ist. Notfalls tut es auch ein Kartenadapter,
der per USB an den PC angeschlossen wird. Kleiner Vorteil bei der Herausnahme der Speicherkarte
gegenüber der Verwendung eines Übertragungskabels: Es wird fortan kein Strom mehr vom Kameraakku
benötigt, denn die Karte wird direkt vom Computer gelesen oder der Kartenadapter wird per USB mit
Strom vom PC versorgt. Einige Kartenadapter mit mehreren Slots für die diversen Kartenformate
(Secure Digital/SD, Compact Flash/CF, MultiMediaCard/MMC, Extreme Digital/xD, Memory StickMS) können
die Daten bei Bedarf auch von einer Karte auf die andere übertragen. Der manuelle
Speicherkartentransport ist nur etwas umständlich und manchmal gar nicht möglich, wenn die Fotos sofort
übertragen und weiterverarbeitet werden sollen. Dann müssen andere Lösungen her, die die Bilder drahtlos
von der Kamera zum Beispiel an einen zentralen Computer senden.
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LAN- und WLAN-Lösungen für Kameras
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