Der zweitgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber
Unitymedia hält es für notwendig, dass das
TV-Kabelnetz, das früher der
Deutschen Telekom gehörte und derzeit auf mehrere Betreiber aufgeteilt ist, langfristig
wieder unter einem Dach zusammengeführt wird. "Erst beim Verkauf durch die Deutsche Telekom
wurden die Kabelnetze in einzelne Teile zerstückelt. Langfristig ist es wirtschaftlich
allerdings sinnvoll, diese Teile wieder zu einem Kabelnetz zusammen zu führen", so
Unitymedia-Chef Parm Sandhu im Gespräch mit der
WirtschaftsWoche. "Denn unsere Wettbewerber
sind national aufgestellt, wie etwa
T-Home der Deutschen Telekom oder der Bezahlsender
Premiere."
Deshalb hält es Sandhu für notwendig, dass auch die Kabelnetze national gebündelt werden
und das Angebot attraktiver wird, beispielsweise durch den Kauf der Bundesliga-Rechte.
Pandhu: "Wir wollen unseren Kunden so viele Dienste wie möglich verkaufen und es ihnen so
einfach wie möglich machen, diese Dienste zu nutzen. Wir wollen unseren Kunden ersparen,
fünf verschiedene Verträge mit fünf verschiedenen Anbietern unterzeichnen zu müssen. Da
gehört die Fußball-Bundesliga dazu, falls wir zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen dazu
Zugang erhalten."
Die Qualität der Kabelnetze in Deutschland schätzt Sandhu als so hoch ein, dass er fest mit
dem Einstieg ausländischer Investoren rechnet. "Jede internationale Kabelgesellschaft sollte
sich Deutschland angucken. Ich weiß nicht, ob sie es tun. Aber sie sollten es tun. Denn in
Deutschland gibt es einige der am stärksten wachsenden Kabelgesellschaften der Welt",
unterstreicht Sandhu. "Nirgendwo sonst sind die Kabelnetze so hervorragend aufgebaut wie in
Deutschland. Öffentliche Gelder, die Telekom und zahlreiche private Unternehmen haben in
den Achtzigerjahren dafür gesorgt, dass 25 Millionen Haushalte Anschluss an das
Fernsehkabelnetz bekamen. So etwas hat es in keinem anderen Land gegeben."
Sie haben bei unserem Online-Forum die Möglichkeit, Ihre
eigenen Kommentare und Meinungen zu den von uns veröffentlichten
Artikeln und Anbieterseiten abzugeben oder die Meinungen anderer
teltarif-Leser abzufragen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!