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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
MySpace bietet kostenloses Musikhören an26.09.2008
09:57 Apples virtueller iTunes-DJ Genius im Test erstaunlich treffsicher
Das Online-Netzwerk MySpace will das
Musik-Geschäft aufmischen. MySpace startete jetzt - zunächst nur in den USA - einen Dienst,
bei dem Musik unbegrenzt kostenlos auf dem Computer gehört werden kann. Zudem kann man
gegen Gebühr Songs aus dem Sortiment des Online-Einzelhändlers Amazon.com als MP3-Titel ohne
Kopierschutz herunterladen. Das Angebot soll mit der Zeit auch auf andere Länder ausgeweitet
werden. Der Ausbau des bisherigen MySpace-Musikdienstes ist ein Angriff auf den Internet-Shop
iTunes von Apple, der inzwischen zum weltgrößten Musikverkäufer
aufgestiegen ist. Das dem Medienmogul Rupert Murdoch gehörende Online-Netzwerk hat laut
Internet-Marktforschern rund 120 Millionen aktive Nutzer.
Das sogenannte Streaming der Musiktitel wird kostenlos angeboten, weil es werbefinanziert ist. Unter den ersten Werbepartnern sind McDonald's, Sony Pictures und Toyota. Rechtzeitig zum Start holte sich MySpace neben Sony BMG, Universal Music und der Warner Music Group auch das britische Plattenlabel EMI sowie den Musikverlag Sony ATV und das Independent-Label The Orchard als Partner mit ins Boot. Insgesamt bietet der Dienst Zugriff auf eine Bibliothek von über fünf Millionen Songs. Mitglieder im MySpace-Netzwerk können einzelne Streams oder eine Liste ihrer Lieblings-Songs in ihre Site integrieren. Es sei auch eine Reihe weiterer Funktionen geplant, die Nutzern und Künstlern Möglichkeiten bieten soll, zum Beispiel Musik selbst kommerziell zu vermarkten oder Songs im Freundeskreis auszutauschen. Virtueller DJ für Apple iTunesUm Ordnung in die Musik-Datenmassen der Nutzer zu bringen, hat Apple derweil Anfang des Monats seiner bekannten Musiksoftware iTunes in der Version 8 einen virtuellen DJ spendiert. Die vom Hersteller gewohnt selbstbewusst Genius getaufte Funktion soll erkennen, was der Nutzer gerne hören will. Wer beispielsweise auf der Suche nach tanzbarer Musik für die nächste Party ist und den Beck-Klassiker "Sexxlaws" im Ohr hat, wird nach der Eingabe darüber informiert, dass auf der Festplatte schlummernde Tracks von den Red Hot Chili Peppers oder Blur gut zu der Vorgabe passen. Gleichzeitig rät Genius dazu, sich diverse - noch nicht vorhandene - Titel im iTunes-Store anzuhören und am besten auch zu kaufen. Bevor das Programm jedoch an die Arbeit gehen kann, muss es die vorhandene Musikbibliothek durchforsten. Dabei werden nicht nur Titelnamen und eventuell vom Nutzer eingegebene Bewertungen erfasst, sondern auch, wie oft ein Musikstück gehört wurde. Die Informationen überträgt iTunes anschließend über das Internet an einen Server, wo sie abgespeichert und ausgewertet werden. Das Programm vergleicht auch die Genius-Daten aller Nutzer und erstellt Wiedergabelisten für Hörer mit einem ähnlichen Musikgeschmack. Zum Schluss wird eine persönliche Genius-Datenbank erstellt und auf der lokalen Festplatte abgelegt. Wer nun ein Musikstück aus seiner Bibliothek auswählt, erfährt per Mausklick, welche ähnlichen Titel er bereits hat. Gefällt die Auswahl, lässt sie sich als Wiedergabeliste archivieren. Wenn nicht, kann man einzelne Titel aus der Liste entfernen oder eine neue Suche starten. Unter Datenschutzgesichtspunkten heikelIn der Praxis ist Genius erstaunlich treffsicher. Zumindest aus der Vielzahl der Titel im iTunes-Store findet das Programm meist eine Wiedergabeliste mit gut passenden Stücken. Ist die Suche auf die Festplatte des Nutzers beschränkt, fällt das Ergebnis nur überzeugend aus, wenn die heimische Musikbibliothek groß und breit gefächert ist. Wer nahezu ausschließlich Hip-Hop auf seiner Festplatte hat, aber eine Wiedergabeliste mit klassischer Klaviermusik erstellen möchte, wird kaum einen sinnvollen Kombinationsvorschlag bekommen. Insgesamt ist die Genius-Funktion durchaus praktisch - sie lässt einen manche Perle finden, die man bei bestimmten Bands gar nicht gesucht hätte. Nutzer sollten sich aber auch klar machen, dass das Programm als Marketing-Tool konzipiert ist: Stücke, die nicht im iTunes-Store vorhanden sind, werden von Genius weder erkannt noch zum Hören vorgeschlagen. Und schließlich funktioniert Genius nur, wenn Apple permanent auf die Musikbibliothek des Anwenders zugreifen darf. Auch wenn der Hersteller zusichert, die gesammelten Informationen nur anonym auszuwerten, ist diese Funktionsvoraussetzung unter Datenschutzgesichtspunkten zumindest heikel.
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dpa / ddp / Björn Brodersen
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