In Hosentaschen und Rucksäcken ist es echt eng geworden in den letzten
Jahren: Zum Portemonnaie und Schlüsselbund gesellen sich immer mehr
elektronische Gegenstände, die uns durch den Alltag begleiten.
Handy, MP3-Player, Digitalkamera und Laptop haben
viele Digitalnomaden immer und überall dabei. Neben vollgestopften
Taschen stellen uns die elektronischen Geräte aber vor allem vor die
Herausforderung der Energieversorgung, denn ohne regelmäßiges Nachladen
an der Steckdose verweigert jeder
Akku
früher oder später seinen mobilen Dienst. Abhilfe versprechen
Brennstoffzellen, denn statt Strom nur zu speichern, wie ein Akku,
erzeugen sie ihn und das sogar besonders effektiv.
Statt über Umwege Strom zu erzeugen, wie etwa das Verbrennen von
Benzin, um die Lichtmaschine in einem Auto anzutreiben, nutzt die
Brennstoffzelle eine elektrochemische Vorrichtung, die die vorhandene
chemische Energie, wie etwa in Wasserstoff vorhanden, unmittelbar in
Strom wandelt. Dies hat nicht nur einen extrem hohen Wirkungsgrad,
sondern geschieht auch völlig geräuschlos und ohne Emission. Und das
Beste daran: Die Mini-Kraftwerke passen auch in das Handy oder das
Laptop: "Man kann Brennstoffzellen in sehr verschiedenen Formen bauen,
auch in der äußeren Gestalt eines Notebook-Akkus. Wie groß es am
Ende wird, hängt auch davon ab, wie viel Brennstoff man mitgeben
will. Je kleiner, desto öfter muss man nachladen", sagt Ulrich
Schmidtchen vom Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband
(
DWV). Nachladen?
Richtig – Denn auch Brennstoffzellen geht irgendwann im wahrsten
Sinne des Wortes der Saft aus und die im Wasserstoff oder Methanol
vorhandene chemische Energie neigt sich dem Ende. Im Gegensatz zu
einem Akku muss dann allerdings nicht stundenlang nachgeladen, sondern
lediglich kurz "aufgetankt" werden, um die Brennstoffzelle mit neuem
Brennstoff zu versorgen. Dabei werden momentan Lösungen erprobt, die
den Tinten-Patronen von Füllfederhaltern ähneln – also Klappe auf,
Patrone rein und der Strom fliest wieder.
Brennstoffzelle verspricht längere Laufzeit

"In der Praxis verspricht die Brennstoffzelle längere Laufzeiten für
elektrische Geräte aller Art", sagt der Experte. Handys mit
Brennstoffzelle werden demzufolge eine Verdoppelung der Laufzeit bei
ungefähr gleicher Baugröße erfahren. Die lassen allerdings mit
Marktreife seit Jahren auf sich warten, obwohl verschiedene Hersteller
in regelmäßigen Abständen "marktreife Prototypen" vorstellen,
werden sich Kunden noch gedulden müssen. Woran liegt das? "Die Produkte
werden erst auf den Markt kommen, wenn sie in den Kosten mit den
Akkus konkurrenzfähig sind, sonst kauft es ja keiner", sagt Schmidtchen.
"Da ein Akku eine relativ teure Methode ist, sich mit Energie zu
versorgen, erwartet man eigentlich im Bereich tragbarer Elektronik einen
recht frühen Gleichstand. Die Kosten werden dann natürlich mit der
Massenproduktion erheblich sinken, so wie bei allen Produkten", fügt der
Experte hinzu.
Noch ist das Brennstoffzellen betriebene Handy oder Laptop also
Zukunftsmusik, dennoch wagt der Sprecher des DWV schon jetzt einen
Blick in die Zukunft der normalen Akkus und prognostiziert eine
friedliche Koexistenz mit der Brennstoffzelle: "Die Brennstoffzelle wird
sich langfristig zwar vom Batteriemarkt einen ansehnlichen Teil
abschneiden, aber sie nicht verdrängen. Im Falle einer mit Brennstoffzellen
betriebenen Akku-Ladestation werden sie sogar zusammen wirken".
Sie haben bei unserem Online-Forum die Möglichkeit, Ihre
eigenen Kommentare und Meinungen zu den von uns veröffentlichten
Artikeln und Anbieterseiten abzugeben oder die Meinungen anderer
teltarif-Leser abzufragen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!