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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 04.02.2012 |
Die fetten Jahre sind vorbei: Harte Zeiten für DSL-Anbieter28.08.2008
16:24 Kabelnetzbetreiber beenden ihren Dornröschenschlaf
Für die deutschen DSL-Anbieter brechen harte Zeiten
an: Nach dem Boom der vergangenen drei Jahre flaut die Nachfrage nach schnellen
Internetanschlüssen Experten zufolge nun merklich ab. "Wir sehen in diesem Jahr
einen ziemlichen Rückgang beim Wachstum", sagt Dorothea von Wichert-Nick von der
Münchener Unternehmensberatung Solon.
Verstärkt wird der Druck durch Wettbewerber aus dem
TV-Kabelnetzbereich, die mit günstigen
Bündelangeboten aus Fernsehen, Telefonie und Internet auf Kundenfang gehen.
Zumindest mittelfristig werden sie DSL-Anbietern wie der
Deutschen Telekom oder
Vodafone/Arcor
Marktanteile abjagen.
"Endlich erwachen die Kabelnetzbetreiber
aus dem Dornröschenschlaf und mischen mit attraktiven Triple-Play-Angeboten
den Markt für Breitband auf", sagt Martin Gutberlet
von der Marktforschungsfirma Gartner.
Wie die Telekom verfügen die Kabelnetzfirmen Kabel Deutschland
(KDG), Kabel BW und
Unitymedia über einen direkten Zugang zum Endkunden. Dies
gibt ihnen einen Wettbewerbsvorteil vor anderen Firmen, die die sogenannte letzte Meile
bei der Telekom anmieten müssen. Hinzu kommt, dass sie Bandbreiten erreichen können,
die deutlich über der Geschwindigkeit eines DSL-Netzes liegen.
Experten warnen aber vor zu großer Euphorie, da die Kabelnetzbetreiber nicht über die üppigen Werbebudgets verfügen, wie sie die DSL-Anbieter haben. Zudem gibt es bei einigen Kunden Vorbehalte, ob Telefonieren und Surfen über einen TV-Anschluss funktioniert. "Die Kabelnetzbetreiber in Deutschland werden ihre Marktstellung ausbauen, aber nach wie vor eine Randposition behalten", sagt Nikolaus Mohr, Telekom-Experte bei Accenture. Er glaubt daher nicht, dass Kabel Deutschland & Co. die DSL-Anbieter überholen werden. Derzeit kommen sie bei den schnellen Internetzugängen auf einen Marktanteil von fünf Prozent. Über 20 Millionen Breitband-Anschlüsse in DeutschlandIm vergangenen Jahr konnten sich die DSL-Firmen über einen kräftigen Zuwachs freuen - die Zahl der Breitband-Anschlüsse erhöhte sich nach Angaben der Bundesnetzagentur um ein Viertel auf knapp 20 Millionen. Die Prognose für die Zukunft sieht indes düster aus: Die Marktforscher von Gartner rechnen für dieses Jahr mit 2,4 Millionen neuen DSL-Anschlüssen - in den kommenden vier Jahren sollen es dann insgesamt nur noch drei Millionen sein. Telekom-Vorstand Timotheus Höttges hält indes für das kommende Jahr ein "ordentliches" Wachstum für möglich, wie er auf der Funkausstellung IFA in Berlin sagte. Entscheidend ist für die Anbieter nun, neue Dienste wie Fernsehen über das Internet (IPTV) an die Kunden zu bringen. Für ihr entsprechendes Bündelpaket Entertain konnte die Telekom bislang 250 000 Kunden gewinnen. Die bereits erfolgten Milliarden-Investitionen rechnen sich damit nicht, auch nicht mit den bis 2010 angepeilten 1,5 Millionen Entertain-Kunden. "IPTV wird zum Massenmarkt", rechtfertigt Höttges die Ausgaben. Drei oder vier DSL-Anbieter werden übrig bleibenDSL und Bündelprodukte sind lebenswichtig für die Bonner - mit den Einnahmen aus dem "Neuen Festnetz" sollen die Rückgänge in der traditionellen Telefonie ausgeglichen werden. Und da hegt der T-Home-Chef ambitionierte Ziele: Von 2010 an rechnet Höttges für seinen Geschäftsbereich mit einer Umsatzstabilisierung. Dazu soll mindestens jeder zweite DSL-Neukunde gewonnen werden. Damit dies gelingt, setzt der Manager mit aggressiven Preisen die Konkurrenz unter Druck. Der harte Preiskampf und das Abflauen des Neukundengeschäfts wirbeln die Branche gehörig durcheinander. Nachdem bereits kleinere Spieler vom Markt verschwunden sind, geht die Konsolidierung weiter. Zum Verkauf steht das DSL-Geschäft von freenet und auch von Tele2. Vor dem Rückzug steht auch Telecom Italia, die ihre Hamburger Tochter HanseNet (Alice) abgeben will. Überleben werden nach Ansicht von Branchenkennern nur wenige Spieler: "Mittelfristig werden drei oder vier Anbieter übrig bleiben", sagt Solon-Expertin Wichert-Nick.
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dpa / Björn Brodersen
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