Glasfaser

Glasfaseranschlüsse: Alternativen zur Deutschen Telekom

teltarif.de zeigt ihnen, welche Anbieter die besten Glasfaser-Angebote haben
Von David Dangel / Marc Kessler
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Hardwarekosten: Aufrüsten notwendig

Die Kosten fürs Aufrüsten sind beim Umstieg sehr individuell. Für den Anschluss ans Internet selbst erhalten die Teilnehmer von den jeweiligen Anbietern entweder ein neues Gratis-Modem oder können eines günstig erwerben. Netcologne gibt beispielsweise das Modem gratis hinzu, wilhelm.tel bietet für 30,- EUR einen Modemtausch an, der bei Bedarf auch in 12 Monatsraten gezahlt werden kann. Somit ist dem Anschluss an sich also nur eine geringe Kostenschranke vorgeschoben. Unbedingt kalkuliert werden sollte dann aber die Aufrüstung der heimischen Geräte. Ist ein FTTH-Anschluss vorhanden – die Glasfaser reicht bis zur Wohnung –, sollte auch die restliche Verkabelung auf Glasfaser umgestellt werden. Hierbei können zur Verteilung Switchs eingesetzt werden, für die man neu etwa 300 Euro pro Stück zahlt; gebraucht sind sie bei ebay.de für ca. 80 Euro erhältlich. Für die heimische Glasfaserverkabelung sollten hier noch einmal etwa 8 Euro für ein zehn Meter langes, gutes Glasfaserkabel kalkuliert werden. Anders sieht es bei den in Deutschland üblichen FTTB-Anschlüssen aus. Da hier die letzte Meile aus Kupferkabel besteht, hat es wenig Sinn, zuhause auf Glasfaser umzurüsten. Hier kann bestehende Verkabelung problemlos integriert bzw. kostengünstig aufgerüstet werden. Gute neue Router mit einem Datendurchsatz von 300 MBit/s sind ab 50 Euro zu haben. Für neue Cat6-Kabel müssen ebenfalls nur wenige Euro kalkuliert werden.

Deutsche Telekom: VDSL-Breitbandnetz bietet keine Glasfaseranschlüsse

Mit dem Ausbau des VDSL-Netzes der Deutschen Telekom bietet die Telekom ihren Kunden ebenfalls schnelle Breitbandanschlüsse an. Die dabei etablierte Bezeichnung von „Glasfaseranschlüssen“ ist aber irreführend. Beim Glasfasernetz der Deutschen Telekom reicht die Glasfaser bis zu den einzelnen Kabelverzweigern, die die umliegenden Gebäude in einem Radius von bis zu 300 Metern speisen. Diese letzten 300 Meter vom Kabelverzeiger bis zum Teilnehmer bestehen dann wieder aus Kupferleitungen. Technisch gesehen soll dieses Angebot bis zu 50 MBit/s im Download bringen und kostet 64,95 Euro pro Monat (T-Home Entertain Comfort mit VDSL 50).

Anbieter im Überblick: Das leistet die Telekom-Alternative!

Doch wer bietet was? Lohnt sich für Privatanwender der Umstieg? Die teltarif.de-Redaktion hat die Angebote von sechs Mitbewerbern der Deutschen Telekom miteinander verglichen. Allen gemein ist, dass sie schneller und günstiger als die der Deutschen Telekom sind.

Die größte Bandbreite liefert mit 300 MBit/s der Hamburger Anbieter Martens. Doch so viel Geschwindigkeit hat seinen Preis: 89,95 Euro pro Monat möchte Martens für die reine Internet-Nutzung haben. Werden Telefonanschluss und Telefonie-Flatrate dazu gebucht, kostet das Paket 104,95 Euro pro Monat. Sitzt das Geld nicht ganz so locker, kann auch auf langsamere und kostengünstigere Angebote zurückgegriffen werden. So bietet Martens das Paket mit 100 MBit/s im Up- und Downstream schon für 54,95 Euro.

Die Doppelflatrate-Glasfaser-Anschlüsse mit 100 MBit/s im Überblick

Martens M-net NetCologne wilhelm.tel
Bandbreite Down- /
Upstream in MBit/s
100 / 100 100 / 10 100 / 10 100 / 5
Verfügbarkeit Bergedorf,
Hamburg
Neuhausen-
Nymphenburg,
München
u.a. Belgisches
Viertel und
Salierring,
Köln
Raum
Hamburg
monatliche Grundkosten
in Euro
54,95  39,904) 34,90  39,90 
einmalige Bereitstellungs-
kosten in Euro
35,90 3) 0  99,90 1) 0 
Mindestvertragslaufzeit
in Monaten
12 2) 0  24  24 
1) Einrichtungsgebühr entfällt bei Bestellung bis zum 10. August
2) Die ersten 2 Monate besteht ein Sonderkündigungrecht
3) Abhängig vom Vermieter
4) Aktionspreis bis 30. September

100 000 kBit/s: M-net, NetCologne und wilhelm.tel

Die drei Anbieter M-net, NetCologne und wilhelm.tel bieten in unterschiedlichen Regionen mehr oder weniger dasselbe an: 100 000 kBit/s mit Telefonie-Flatrate zwischen 34,90 und 39,95 Euro pro Monat. M-net ist im Münchener, NetCologne im Kölner und wilhelm.tel im Hamburger Raum aktiv.

HanseNet (Alice) bietet zurzeit in Hamburg Eimsbüttel in einem Pilotprojekt seinen Kunden Glasfaseranschlüsse an. Preise und eine detaillierte Leistungsbeschreibung haben wir aber von der Pressestelle leider nicht erhalten. Dem Tenor nach möchte HanseNet aber über kurz oder lang auch in Hamburg der breiten Masse schnelle Glasfaseranschlüsse anbieten. Arcor baut wie die meisten Telekommunikationsunternehmen sein Glasfasernetz aus. Schnelle und preiswerte Angebote für Privatkunden werden aber zurzeit nicht angeboten.

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