EU schreibt Frequenzen für Handy-TV per Satellit aus
07.08.2008 17:15
Kunden sollen Satelliten-TV auf dem Handy gucken können
Die EU-Kommission hat einen Bieter-Wettstreit um
Angebote für mobiles Fernsehen und andere Satellitendienste eröffnet.
Anbieter für satellitengestützte Medien, Datenübermittlung,
Katastrophenhilfe oder Gesundheitsdienste könnten ihre Vorschläge bis
zum 7. Oktober in Brüssel vorlegen, teilte die Behörde
mit. Wenn das Auswahlverfahren - je nach Zahl der Kandidaten - Anfang
2009 beendet werde, könnten die ersten Satelliten für diese Dienste
im nächsten Jahr ins All geschossen werden.
Die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding erwartet einen
heftige Wettbewerb um die freien Frequenzen: "Nun liegt der Ball im
Feld der Industrie", sagte Reding laut einer Mitteilung. Weltweit sei
die Satellitenbranche im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf einen
Markt von 77 Milliarden Euro gewachsen. Allein Satellitendienste
hätten weltweit 48 Milliarden Euro umgesetzt. Japaner und Koreaner
könnten bereits Radio- und Fernsehprogramme via Satellit auf ihren
Handys empfangen, in Europa gehe das noch nicht.
Der dafür genutzte Standard nennt sich
DVB-SH.
Grundlage der Ausschreibung ist eine neues, EU-weit einheitliches
Verfahren. Unter anderem sollen die Dienste mindestens 60 Prozent des
EU-Gebiets und die Hälfte der europäischen Bevölkerung abdecken. Die
EU-Kommission will die besten Bewerber auswählen. Die formelle
Genehmigung erhält ein Unternehmen dann von den Behörden des
Mitgliedslandes, in dem es seinen Sitz hat.