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IdeaPad S9 und S10: Auch Lenovo will bei Netbooks mitmischen

05.08.2008
13:22

Mini-Notebooks sind etwas besser ausgestattet als die der Konkurrenz

Asus brachte mit dem EeePC den Stein ins Rollen. Der Hersteller schuf mit seinem überraschend einfach ausgestatteten aber dennoch gut nutzbaren Mini-Notebook eine ganz neue Klasse auf dem Markt der mobilen Computer. Intel war es, der der neuen Produktgruppe ihren Namen gab: Netbooks. Alle großen und nicht ganz so großen Hersteller machten sich fortan daran, eigene Geräte in Größen bis 10 Zoll zu kreieren. Nur von einem war wenig zu hören: Lenovo. Der chinesische Hersteller, der vor nur wenigen Jahren IBMs Notebook-Sparte übernommen hatte, konnte bereits auf eine lange Serie erfolgreicher 12-Zöller zurückblicken. Doch scheinbar reizte die Aussicht auf Erfolg mit den günstigen Geräten unterhalb der Subnotebooks. Jetzt präsentierte Lenovo seine ersten Netbooks in zwei Größen.

Die neuen Kleinen heißen IdeaPad S9 und IdeaPad S10. Sie könnten im Herbst dieses Jahres für Bewegung auf dem noch jungen Markt der Netbooks sorgen. Dies hat zwei Gründe. Zum Einen sind die Geräte einen Deut besser ausgestattet als die Konkurrenz, und zum anderen haben Lenovos Business-Notebooks den Ruf, robust und sehr gut verarbeitet zu sein. Zudem sind die Ideapads preislich sehr attraktiv.

Man darf auf lange Akkulaufzeiten hoffen


IdeaPad S10
Schon am Namen ist zu erkennen, in welchen Größen Lenovos Neulinge erscheinen. Das Ideapad S9 kommt mit einem 8,9 Zoll großen Monitor. Das Display des IdeaPad S10 misst 10,2 Zoll. Zugunsten des Energieverbrauchs sind beide mit LED-Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, was auf lange Akkulaufzeiten hoffen lässt. Dazu soll ebenfalls die verwendete Plattform aus dem Hause Intel beitragen. Deren Herzstück ist der Atom-Prozessor N270 mit 1,6 GHz. Mit auf dem Board sitzt die Grafiklösung GMA 945GSE, die für eine Auflösung von 1 024 mal 600 Pixel auf dem Display sorgt. Sie bedient sich am bis zu 1 GB großen Arbeitsspeicher. Zur dauerhaften Speicherung seiner Daten kann der Kunde zwischen einer Festplatte herkömmlicher Bauart mit 160 GB oder einer Flash-basierten Solid-State-Disk (SSD) mit 4 GB wählen. Ein optisches Laufwerk findet wie bei allen Geräten der Netbook-Klasse keinen Platz im schmalen Gehäuse.

Die zusätzlichen Anschlüsse fallen bis auf eine Ausnahme klassengemäß aus: USB-Geräte können an zwei Ports angeschlossen werden, für externe Monitore ist ein VGA-Out zu finden. Hinzu kommen Lautsprecheraus- und Mikrofoneingang. Ein Card-Reader ist ebenfalls an Bord. Anders als andere Vertreter ihrer Zunft haben die Ideapads zusätzlich einen Einschub für Erweiterungskarten im ExpressCard34-Format. Auch im Bereich Kommunikation spendiert Lenovo den Geräten etwas mehr. Nämlich Bluetooth, was bisher in nur wenigen Mini-Notebooks zu finden ist. Ins Netzwerk geht es über den WLAN-Chip.

Lenovo will etwas mehr bieten als die Wettbewerber

Nicht nur bei der technischen Ausstattung will Lenovo etwas mehr bieten als die Mitbewerber. Auch hinsichtlich der Eingabegeräte machen die neuen mobilen Rechner von sich Reden. Da ist zum Ersten die Tastatur. Bei den bisherigen Netbooks war sie ein häufiger Kritikpunkt: Die Tasten reichten zwar noch für gelegentliches Tippen, für schnelles Schreiben geschweige denn Zehn-Finger-System jedoch waren sie ungeeignet. Einzig HP konnte anderes behaupten. Der Hersteller verwendet in seinem Modell 2133 Tasten größerer Bauart. Die Notwendigkeit einer gut nutzbaren Tastatur scheint auch Lenovo erkannt zu haben. Nur 15 Prozent kleiner als bei herkömmlichen Notebooks sollen die Tasten der Ideapads sein. Zum Zweiten lohnt sich ein Blick auf das Zeigegerät. Lenovo benutzt ein Touchpad, das dank "Multitouch Technologie" auf mehrere zeitgleiche Eingaben reagiert. Ähnlich wie auf dem Macbook Air kann der Nutzer durch Auseinanderziehen oder Drehen der Finger durch Dokumente oder Anwendungen navigieren.

Ein Feature, das sich Lenovo im Produktregal seiner etablierten Geräte entliehen hat, ist das integrierte "OneKey Rescue System". Es soll die einfache Wiederherstellung von Daten per Knopfdruck bei einen Systemfehler oder Viren-Befall ermöglichen. Dabei stellt sich jedoch eine Frage: Funktioniert das bei beiden Systemvarianten, in denen die Ideapads ausgeliefert werden? Ziemlich sicher mit "Ja" kann die Frage bei der Windows-XP-Variante beantwortet werden. Das bewiesen mehrere Geräte im Test. Doch ob es auch die zweite mögliche Ausführung mit GNU/Linux wiederherstellt, bleibt abzuwarten. Eine Fußzeile in Lenovos Pressemitteilung lässt nicht darauf hoffen. Dort wird Windows als zwingend notwendig angegeben.

Geringere Wärmeentwicklung dank speziellen Designs

Neben Displaybeleuchtung und Rechnerplattform soll eine weitere Maßnahme zu längerer Laufzeit verhelfen. Dank eines speziellen Designs will der Hersteller eine geringere Wärmeentwicklung an der Unterseite der Notebooks, der Handballenauflage und der Tastatur der Rechner erreichen. Die Geräte sollen so über 13 Prozent kühler als gleich ausgestattete Modelle anderer Hersteller sein. Ergo soll der Lüfter seltener laufen und damit weniger kostbare Energie beanspruchen. Die beiden Netbooks wiegen nach Angaben des Herstellers um 1,1 Kilogramm. Das Ideapad S9 soll im Oktober für rund 320 Euro zu den Händlern kommen. Der Verkaufsstart für das etwas größere IdeaPad S10 ist zur gleichen Zeit für gut 360 Euro geplant.

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Jan Rähm
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre