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Neuer Anlauf: Instant Messenger untereinander bald kompatibel?

Yahoo! zeigt Interesse am XMPP-Standard
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Instant Messaging erfreut sich sowohl stationär am PC, als auch mobil am Handy einer immer größeren Beliebtheit. Immer mehr Internet-Nutzer sind über ICQ, GoogleTalk oder den Windows Live Messenger erreichbar. Trotzdem ist es nicht immer einfach, alle Freunde und Bekannten per Chat-Nachricht zu erreichen. Grund: Die Messenger sind nur zum Teil miteinander kompatibel.

ICQ-Nutzer haben beispielsweise die Möglichkeit, auch Nachrichten mit Bekannten auszutauschen, die den AOL Instant Messenger einsetzen. Außerdem haben Yahoo! und Microsoft ihre Messenger miteinander verknüpft.

GoogleTalk setzt bereits auf offene Standards

Google setzt als einziger der großen Anbieter bislang auf den offenen XMPP-Standard. Sogenannte Jabber-Transports machen es möglich, die eigenen Accounts bei anderen Messengern mit GoogleTalk oder einem anderen Jabber-Angebot zu verknüpfen. Das hat einerseits den Nachteil, dass man trotz der Verknüpfung noch Zugänge bei allen gewünschten Systemen benötigt. Andererseits arbeiten die Transports nicht immer stabil.

AOL hat für seine Messenger ICQ und AIM bereits vor einigen Monaten einen Jabber-Testbetrieb gestartet. Dadurch können Nutzer dieser Messenger auch ohne Umweg über zusätzliche Transport-Server mit Bekannten, die ebenfalls einen Jabber-Client nutzen, kommunizieren. Derzeit ist es allerdings noch nicht absehbar, ob und wann der Testbetrieb möglicherweise in einen Regelbetrieb überführt wird.

Yahoo! Messenger und GoogleTalk sollen verknüpft werden

Einem Bericht des Onlineportals Cnet zufolge zeigt nun allerdings auch Yahoo! Interesse an Jabber bzw. dem XMPP-Protokoll, das die Interoperabilität zwischen verschiedenen Messengern ermöglicht. So erklärte Scott Dietzen, bei Yahoo! unter anderem für Instant Messaging und E-Mail verantwortlich, XMPP sei die richtige Plattform, um Yahoo! mit anderen Messenger-Plattformen zusammenzuführen.

Seit Juni verbindet Yahoo! mit Google eine Vermarktungs-Partnerschaft im Bereich der Online-Werbung. Im Rahmen der Kooperation haben die Unternehmen dem Cnet-Bericht zufolge auch vereinbart, ihre Messenger miteinander zu verknüpfen. Das wäre nach Einführung des XMPP-Standards bei Yahoo! sofort möglich.

ICQ sperrt Nutzer älterer Software aus

ICQ hat wiederum in der vergangenen Woche alle Nutzer, die nicht die aktuelle Software ICQ 6 nutzen, ausgesperrt. Wer mit einer älteren Software-Version online geht, erhält nur noch den Hinweis, der Client sei veraltet. Das Nachsehen haben ICQ-Fans, die noch ein älteres Betriebssystem auf ihrem PC einsetzen. So berichten selbst Windows-2000-Nutzer, dass das erst im vergangenen Jahr eingeführte ICQ 6 auf ihrem Rechner nicht funktioniert.

Alternativen sind Multimessenger wie Trillian oder Palringo, die allerdings nach der Abschaltung der alten ICQ-Software in der vergangenen Woche auch zum Teil vorübergehend ihren Dienst versagt hatten. Updates waren aber - wie schon früher in ähnlichen Fällen - innerhalb weniger Stunden verfügbar.