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GSMA: EU-Regulierung gefährdet Ausbau der Mobilfunknetze


Die GSMA warnt vor sinkenden Investitionen in der Mobilfunkbranche  07.07.2008
11:27

Inhaltsverzeichnis:
1. Mobilfunk-Branche verdient nicht so gut wie angenommen
2. Alles wird teurer, nur die Handynutzung nicht


Angesichts der neuen Vorstöße zur Regulierung der SMS-Preise warnt die GSMA, der weltweite Wirtschaftsverband der Mobilfunkanbieter, dass diese Regulierungswut die weitere Entwicklung gerade von mobilen Breitband-Diensten bedrohe. Die GSMA weist darauf hin, dass die europäischen Mobilfunkbetreiber im Durchschnitt gerade ihre gewichteten Kapitalkosten decken können und einige sogar mit Verlust arbeiten. Die Mobilfunkbranche in Europa reduziere ohnehin schon ihre Investitionen für neue Netzwerke und Dienste. Um eine Deckelung der Verbraucherpreise zu rechtfertigen, führe die Europäische Kommission an, dass die Mobilfunkbetreiber enorme Gewinne machen. Doch die Kapitalrendite in der europäischen Mobilfunkindustrie liege nach Angaben des Management-Beratungsunternehmens A.T. Kearney im Jahr 2006 lediglich bei 9 Prozent im Gegensatz zu 20 Prozent in der Softwarebranche, der Pharmaindustrie und verschiedenen anderen Sektoren. A.T. Kearney schätzt, dass die Kapitalrendite in der Mobilfunkbranche im Jahr 2007 auf dem gleichen Niveau wie 2006 oder sogar darunter lag.

Mehrnutzung kann Preissenkung nicht kompensieren

Die Europäische Kommission ging davon aus, dass die im Rahmen der EU-Roaming-Verordnung im vergangenen Sommer eingeführte Obergrenze für Mobilfunkanrufe zu einer beträchtlich höheren Nutzung führt, wodurch sich die potenziellen Umsatzeinbußen der Betreiber ausgleichen würden. Doch A.T. Kearney hat herausgefunden, dass das Volumen der Roaming-Anrufe bis zum Juli dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr lediglich um 11 Prozent gestiegen ist, während die Betreiber bei den Roaming-Einnahmen einen Rückgang von 26 Prozent verzeichneten.
     Die Unternehmen der Mobilfunkindustrie gehörten in der Vergangenheit zu den größten Investoren in Europa. Die Investitionsaufwendungen der europäischen Mobilfunkunternehmen sind jedoch rückläufig: Im Jahr 2005 betrugen diese noch 13 Prozent vom Umsatz, 2006 nur noch 12 Prozent und 2007 lediglich 11 Prozent. Umfangreiche Investitionen sind aber notwendig, um die flächendeckende Verfügbarkeit moderner 3G-Netzwerke sicherzustellen, die den Mobilfunkkunden den Breitband-Zugriff auf das Internet und andere Multimedia-Dienste ermöglichen. Die Technologie-Roadmap der Mobilfunkindustrie sieht weitere beträchtliche Verbesserungen der Netzwerk-Performance und -Kapazität vor, doch die Implementierung neuer Netzwerke könnte laut GSMA durch die relativ geringe Rentabilität der Mobilfunkunternehmen wesentlich verzögert werden.

Neue Dienste erfordern umfangreiche Investitionen

"Europas Mobilfunkindustrie befindet sich mitten in einem weiteren umfangreichen Investitionszyklus, um die Einführung neuer Dienste zu ermöglichen, darunter mobile Breitband-Angebote, Video-Downloads, Mobil-TV und mobile E-Mail, die sich positiv auf das alltägliche Leben und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in Europa auswirken", erläutert Tom Phillips, Chief Government & Regulatory Affairs Officer, bei der GSMA. "Doch es liegt natürlich auf der Hand, dass die zur europaweiten Bereitstellung dieser Dienste erforderlichen umfangreichen Investitionen nicht getätigt werden, wenn die Regulierungsbehörden weiterhin in den Markt eingreifen, indem sie die Preise vorgeben."
 

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2009-IV, Erwachsene ab 14 Jahre