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Das iPhone 3G und die Konkurrenten im Vergleich

Wenn man Apple mit Birnen vergleicht, bleibt alles Geschmackssache
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Kaum eine Neuerscheinung auf dem Handy-Markt erregte so viel Aufmerksamkeit wie die Neuauflage des iPhones als UMTS-Telefon. Hatte schon die erste Version des Apple-Handys ein geteiltes Echo hervorgerufen, verfestigt sich dieser Eindruck beim neuen Versuch noch weiter: Entweder man liebt es - oder man hasst es. Die Fans schwärmen von der intuitiven Bedienung, vom gelungenen Design und lassen sich auch durch objektive Schwachpunkte wie dem oft kritisierten fest eingebauten Akku nicht davon abbringen, dass Apple das Handy neu erfunden hat. Gerade Vielnutzer würden dagegen gern auf einen zusätzlichen Ersatzakku zurückgreifen können.

Die Gegner mäkelten über die nicht zeitgemäße Ausstattung - nicht einmal UMTS - zum bisher (zu) hohen Preis und fanden auch sonst reichlich Haare in der Suppe. Denn Apple war schon immer ein Hersteller, der seine Geheimnisse gern für sich behielt und unbedingte Treue seiner Nutzer verlangte: Auf Geräten von Apple läuft halt nicht jedermanns Software.

Dafür bekamen jene, die sich auf das Apple-Konzept einließen, in der Regel das, was sie wollten: Elegant gestaltete Computer oder MP3-Player, die einfach zu benutzen sind und normalerweise so funktionieren, wie die Kunden sich das vorgestellt haben. Dafür sind die Geräte und Zubehör nicht ganz billig. Aber Apple hatte bislang auch weniger die Schnäppchen-Jäger im Blick, sondern designverliebte und statusbewusste Besserverdiener - und all jene, die gern zu dieser Gruppe gehören würden.

Doch beim neuen iPhone 3G wird das alles ein bisschen anders: Obwohl das Gerät technisch deutlich aufgewertet wurde - jetzt ist UMTS/HSDPA und GPS an Bord und auch der Akku wurde verbessert - hat Apple den Preis wesentlich niedriger angesetzt und vielen Kritikern damit den Wind aus den Segeln genommen.

Apple mit Birnen vergleichen

Doch wie steht das iPhone 3G tatsächlich da im Vergleich mit den Flaggschiffen der anderen Handy-Produzenten? Für unsere Übersicht haben wir einige aktuelle Top-Geräte namhafter Hersteller verglichen, die jetzt oder in Kürze erhältlich sind: Das LG KU990, alias LG Viewty, das C902 von Sony Ericsson, das N95 8Gb von Nokia, das HTC Diamond und das i900 alias Omnia 8G von Samsung. Bei Sony Ericsson ist zwar mit dem Xperia X1 ein interessanteres Gerät in Sicht, allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis es tatsächlich verfügbar ist. Auch bei Motorola wurden einige neue Modelle angekündigt, etwa das Z10, doch weil dieses in Deutschland gar nicht auf den Markt kommen wird, haben wir uns entschieden, dieses Mal kein Motorola-Gerät zu berücksichtigen.

Natürlich ist es immer problematisch, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Es geht in dieser Übersicht letztlich nicht darum, zu sagen welches Gerät besser oder schlechter ist, sondern einfach einen Überblick zu bekommen, was ein modernes Multimedia-Smartphone im Highend-Segment bieten sollte und welcher Hersteller in welcher Hinsicht punkten kann oder noch nachbessern müsste. Die Bilanz ist tatsächlich recht durchwachsen, denn alle Multimedia-Phones haben ihre Plus- und Minuspunkte - so wie auch alle Nutzer ihre persönlichen Vorlieben und Abneigungen haben.

Das iPhone 3G Nokia brachte mit seinem N95 im vergangenen Jahr ein wahres Technikwunder auf den Markt. Das N95 8GB war so ziemlich in jeder Hinsicht auf der Höhe der Entwicklung und setzte neue Maßstäbe: Neben einer hochwertigen 5-Megapixel-Kamera mit Zeiss-Objektiv, HSDPA-Unterstützung und GPS-Navigation bot das neue Nokia-Flaggschiff zahlreichen Features für alle möglichen Anwendungsbereiche. Daher haben wir dieses Gerät in den Vergleich aufgenommen, auch wenn es mittlerweile aktuellere Nokia-Modelle gibt. Etwas gedämpft wurde die N95-Begeisterung durch einige Kinderkrankheiten, mit denen das vielseitige Smartphone anfangs zu kämpfen hatte. In der 8 GB-Variante bietet das Symbian-Gerät nun genug Speicherplatz für Musik und Videos. Bei einem aktuellen Marktpreis von etwa 450 Euro ohne Vertrag bekommt man ein solides, vielseitiges Gerät, das vielleicht nicht so stylisch wie das Apfel-Handy ist, aber doch einiges mehr bietet - man denke nur an die Kamera, die beim iPhone ziemlich mickrig ausfällt.

Hier und da fehlt etwas

Das neue iPhone 3G ist außerdem das einzige Gerät, das keine Videoaufnahme bietet, was gerade bei einem solchen Hingucker befremdlich ist. Vielleicht will Apple aber auch bewusst ausschließen, dass ihr edles Gerät für vulgäre Späße wie Happy Slapping eingesetzt werden könnte. Videos können nur abgespielt werden und auch Videotelefonie ist nicht möglich. Allerdings wird dieser UMTS-Dienst ohnehin kaum nachgefragt.

HSDPA-Unterstützung, EDGE und Bluetooth bieten alle Smartphones im unserem Vergleich, das LG-Gerät ist allerdings das einzige, das nicht im 850-MHz-Bereich funkt, alle anderen Handys sind GSM-Quadbandgeräte. Allerdings unterscheiden sich die HSDPA-Geräte noch nach der unterstützten Geschwindigkeit. Nur das HTC-Gerät und das Samsung Omnia unterstützen die Maximalgeschwindigkeit bis 7,2 MBit/s, die anderen schaffen nur die Hälfte. Auch WLAN ist mittlerweile in dieser Geräteklasse schon fast selbstverständlich, beim C902 und beim LG Viewty fehlt dieses Feature allerdings, was gerade hierzulande, wo Datenverkehr in den Mobilfunknetzen noch nicht wirklich günstig ist, sicherlich als Nachteil empfunden werden kann. Umgekehrt hat man dem alten iPhone-Modell die fehlende UMTS-Unterstützung sicherlich auch deshalb verziehen, weil die schnelle Datenübertragung per WLAN möglich war. Eine ausführliche Übersicht über unsere Vergleichs-Handys gibt es auf der nächsten Seite.

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