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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
"Business-Knigge" zum Umgang mit Technik-Stress kommt16.06.2008
11:12 Forschungen haben gezeigt, dass die Technik unsere Arbeitsabläufe diktiert
Bald schon gibt es vielleicht weniger Stress im
Umgang mit moderner Technik: Wissenschaftler der Brandenburgischen
Technischen Universität Cottbus
(BTU) erarbeiten derzeit nach
vierjähriger Forschung Kataloge mit Stressfaktoren sowie
Handlungsregularien für die Hersteller und Nutzer hochkomplexer
Technik. Daneben sei ein so genannter "Technik-Business-Knigge" im
Entstehen, sagte die Projektleiterin Annette Hoppe in einem Gespräch
mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er solle vom nächsten Jahr an
für die studentische Ausbildung sowie die Weiterbildung von
Führungskräften genutzt werden.
"Unsere Forschungen haben gezeigt, dass wir uns zunehmend von der Technik unsere Arbeitsabläufe diktieren lassen und darunter psychisch leiden", erläuterte die Arbeitspsychologin. Das gelte etwa für das Telefonieren mit einem Handy, die Arbeit am Büro-Computer sowie die Tätigkeit in der Steuerungszentrale eines Kraftwerks oder einer Leitstelle. "Technikvorgaben setzen Bediener unter Zeitdruck, Ablaufzwang und Reizüberflutung. Bei Versagen der Technik wird ein Fehlverhalten der eigenen Person angenommen, und es entsteht zusätzlich psychischer Druck in Form von Stress." Stressarme Technik könnte entwickelt werdenDiese Erkenntnisse wurden nach Angaben der Hochschuldozentin bei mehrjähriger Grundlagenforschung an der BTU Cottbus und in Praxisuntersuchungen an modernen Arbeitsplätzen gesammelt. "Untersucht wurden der Anstieg des Hautleitwertes bei Versagen von Technik, Arbeitsunterbrechungen beim Suchen nach technischen Fehlern und Stressreaktionen." Ein wichtiger Partner seien die Kraftwerke von Vattenfall Europe in der Lausitz und in Mecklenburg-Vorpommern. "Wir haben aber auch in Cottbus und Leipzig Feuerwehrleitstellen untersucht und uns dort ebenfalls auf die Schnittstelle Mensch- Maschine konzentriert." "Unsere Forschungsergebnisse zeigen: Der Mensch braucht zunehmend die soziale Kommunikation als Sicherheitsbedingung im Umgang mit komplexer Technik im Arbeitsprozess", bemerkte Hoppe und fügte hinzu: "Es gibt ein großes internationales Interesse bei Herstellern von Technik an unseren Forschungen." Als ein Ergebnis der Technik-Stress-Forschung könnte menschengerechte Technik mit dem Gütesiegel "stressarm" entwickelt werden - mit einem internationalen Wettbewerbsvorteil. Hoppe sprach sich für eine Unterstützung durch die Politik aus. dpa / Anja Zimmermann
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