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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 13.02.2012 |
Editorial: Wer anderen eine Grube gräbt ...01.06.2008
17:41 Der Spitzelskandal bei der Deutschen TelekomInhaltsverzeichnis:1. Ungeschicklichkeit bei der Suche nach Informationslecks2. Spitzelskandale bei Tk-Unternehmen sind fast schon die Regel
Die Mission: Informationslecks in Konzernführung und Aufsichtsrat finden.
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Die Methode: Datenfalle für die Konzernoberen und Journalisten. Das Ergebnis: Totalschaden für das Bild des Konzerns in der Öffentlichkeit. So lässt sich der aktuelle Spitzelskandal bei der Deutschen Telekom zusammenfassen. Schon im Jahr 2000, noch unter dem ersten Konzernchef Ron Sommer, soll es eine Überwachung der Kontakte zwischen Telekom-Oberen und Journalisten gegeben haben. Unter Kai-Uwe Ricke sollen dann insbesondere auch Verbindungsdaten illegal ausgewertet worden sein. Der aktuelle Chef René Obermann hat die Aktionen wohl gestoppt. Unklar ist aber, ob Obermann zu Rickes Zeiten als Chef der Mobilfunksparte zu den Tätern oder Opfern der Affäre gehörte. Bisher kann ihm nur vorgeworfen werden, dass er nicht gleich umfangreich die betroffenen Personen und die Öffentlichkeit informierte, als er 2007 hiervon erfuhrt. Immerhin forciert er aktuell zumindest offiziell die Aufklärung. Auf jeden Fall wird Obermanns Amtsführung durch die Ungeschicklichkeit seiner Vorgänger stark belastet. Insbesondere der offensichtliche Umfang der Aktion über Jahre hinweg und die Beauftragung externer Fachkräfte, angeblich bis hin zu ehemaligen Stasi-Spitzeln, zeigen, dass die Manager wohl glaubten, hiermit nie aufzufliegen - umso tiefer nun der Fall. Nichts ist sicherTaktisch alles andere als klug war Obermanns Beteuerung, die er zum Anfang des Skandals machte: "Die Daten unserer Kunden sind sicher". Das ist genauso glaubwürdige wie SPD-Chef Kurt Becks Absage an eine Koalition mit der Linkspartei auf Bundesebene oder Walter Ulbrichts bekannter historischer Satz: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Denn schon die Gesetzeslage vor Einführung der Vorratsdatenspeicherung ermöglicht Jahr für Jahr das staatliche Abhören von zigtausend Anschlüssen und die Nutzung der anfallenden Verbindungsdaten. Die Systeme zum Speichern von Verbindungsdaten und bei Bedarf zum Mitschneiden von Gesprächsinhalten sind bei allen Telekommunikations-Anbietern vorhanden. Schon auf unterster personeller Ebene lässt sich mit den von der Telekom gesammelten Daten Missbrauch betreiben: Wer im Kundensystem der Telekom sucht, wird Telefonnummer und Anschlussdaten auch solcher Personen finden, die einem Eintrag ins Telefonbuch ausdrücklich widersprochen haben. Je größer der Aufgabenbereich eines Mitarbeiters ist, in desto mehr Datenbanken kann er umfangreich einsehen, ohne dass dieses groß auffallen würde.
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