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Themenspecial Reise und Roaming

Mobilfunkbetreiber erhöhen Roaming-Preise um bis zu 164 Prozent

01.06.2008
09:15

Studie: Ein Spitzenwert bei Preisanstieg kommt aus Deutschland


Die Preise für grenzüberschreitende Handy-Telefonate innerhalb der EU mussten die europäischen Mobilfunkbetreiber aufgrund einer am 30. Juni vergangenen Jahres in Kraft getretenen EU-Verordnung senken. Die verlorenen Umsätze bei Roaming-Telefonaten versuchen sie aber an anderer Stelle zu kompensieren. Laut einer "Global Mobile Roaming" bezeichneten Studie der Marktbeobachter von Informa Telecoms haben die europäischen Mobilfunkbetreiber die Preise für Handy-Telefonate von außerhalb der EU in eines der 27 EU-Mitgliedsländer seit 2006 deutlich angehoben. Der Spitzenwert liege bei mehr als dem Anderthalbfachen des vorherigen Roaming-Preises. Die europäischen Regulierer haben keinen Einfluss auf die Kosten, die die Mobilfunker für diese Verbindungen erheben.

Nach Angaben der Studienautoren von Informa Telecoms müssen vor allem deutsche Handy-Besitzer deutlich tiefer in die Tasche greifen, wenn sie aus ferneren Regionen der Welt über ihren deutschen Mobilfunkanschluss nach Hause telefonieren. Die Netto-Kosten für ein Handy-Telefonat aus einem afrikanischen Land seien demnach seit 2006 um durchschnittlich 163,7 Prozent gestiegen. Auch bei Handy-Telefonaten aus Indien (10,2 Prozent), Japan (23,9 Prozent) und dem Mittleren Osten (8,3 Prozent) zahlen die deutschen Mobilfunkkunden inzwischen deutlich mehr als noch vor zwei Jahren. Für Handy-Telefonate aus den USA nach Deutschland fiel der Netto-Preisanstieg mit 3,8 Prozent moderater aus. Günstiger wurden dagegen mobile Mobiltelefonate aus Russland (-40,1 Prozent).

"Da der Zuwachs an Roaming-Telefonaten die niedrigeren Tarife nicht ausgleicht, versuchen die Mobilfunkbetreiber, ihre Verluste an anderer Stelle wettzumachen", sagt Studienautorin Angela Stainthorpe. "Obwohl nur 15 Prozent der aus EU kommenden Roaming-Nutzer sich in Ländern außerhalb der EU aufhalten, haben die hohen Minutenpreise, die sie für das Privileg zahlen, einen großen Einfluss auf die Roaming-Strategie. In einigen Fällen sind Länder, die vorher relativ unwichtig für europäische Mobilfunkbetreiber waren, nun in eine sehr wichtige Position gerückt, nur wegen ihres Beitrags zu den Umsätzen mit Roaming-Telefonaten." Nach Angaben der Mobilfunkbetreiber betrügen die gesamten Verluste bei Roaming-Telefonaten innerhalb der EU mehrere hundert Millionen Euro.

Größere Netzbetreiber wollen größeres Stück vom Kuchen

Die EU-Kommission habe zwar keine rechtlichen Mittel, um auch die Preise für Roaming-Telefonate von außerhalb der Länder des Staatenbundes zu begrenzen. Sie beobachte aber die Preisentwicklung in diesem Bereich mit Sorge. Bei ihrer Untersuchung haben die Autoren von Informa Telecoms nach eigenen Angaben auch herausgefunden, dass manche Mobilfunkbetreiber die Endkundenpreise erhöhten, obwohl sie bereits günstigere Wholesale-Preise für sich selbst aushandeln konnten. Größere Mobilfunkbetreiber setzten in einzelnen Fällen auch kleinere Netzbetreiber unter Druck, ihnen einen größeren Teil der Roaming-Einnahmen zu überlassen.

Vor knapp einem Jahr hatte die EU-Kommission durchgesetzt, dass Roaming-Gespräche innerhalb der EU-Grenzen für den Handy-Nutzer nicht mehr als 58,31 Cent bei abgehenden bzw. 28,56 Cent pro Minute kosten dürfen. Die Verordnung sieht vor, dass der Euro-Tarif zum 30. August dieses Jahres um knapp 3,5 Cent für abgehende und knapp 2,4 Cent pro Minute für eintreffende Gespräche in einem anderen EU-Land weiter sinken wird. Die Mobilfunk-Discounter im E-Plus-Netz, Blau und simyo, lassen wie berichtet ihre Kunden schon ab heute von der verordneten Preissenkung profitieren. Für Handy-Anrufe aus Afrika, Asien oder Ozeanien nach Deutschland zahlen allerdings auch die Blau- und simyo-Kunden teure 2,29 Euro pro Minute.

Artikel aus dem Themenspecial "Reise und Roaming"

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RE: Willkommen im Sozialismus Till Wollhe. 07.09.11 14:55
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre