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Spiegel: Zumwinkel und Ricke in Telekom-Affäre schwer belastet


Obermann laut Wirtschaftswoche womöglich doch über Aktion informiert  31.05.2008
11:54

In der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom wächst der Druck auf den ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Dem Nachrichtenmagazin Spiegel zufolge sind die beiden Manager vom ehemaligen Sicherheitschef der Telekom, Klaus Trzeschan, schwer belastet worden. Bei einer konzerninternen Anhörung, die der Bonner Staatsanwaltschaft vorliege, habe Trzeschan erklärt, dass ihm die Spitzelaufträge von Ricke und Zumwinkel erteilt worden sein. Beide sollen jedoch nicht über konkrete Umstände der Ausführung unterrichtet worden sein.
     Wie der "Spiegel" weiter berichtet, wurde ein Teil der Spitzeldienste im November 2006 von einer gemeinsamen Kostenstelle Zumwinkels und des neuen Telekom-Chefs René Obermann abgebucht. Das Geld sei offenbar vom gemeinsamen Büroleiter der beiden Manager freigegeben worden. Obermann will davon aber nichts gewusst haben. Dem "Spiegel" sagt er: "Ich habe die Rechnung nie gesehen".

Kann Obermann durch Vorstandssitzungen von Affäre gewusst haben?

Obermann könnte nach einem Vorabbericht der WirtschaftsWoche von der Bespitzelung womöglich doch gewusst haben. Einem nicht genannten Manager zufolge seien in den Vorstandssitzungen nicht nur unerlaubte Pressekontakte der Telekom-Mitarbeiter thematisiert, sondern auch darüber gesprochen worden, ob und welche Gegenmaßnahmen zu treffen seien.
     "Mehr als einmal haben die im Vorstand festgehalten, dass man gegen die Informationslecks vorgehen müsse", zitiert die "WirtschaftsWoche" den Ex-Manager in ihrer am Montag erscheinenden Ausgabe. Hinweise auf konkrete Handlungsaufträge an den Konzernsicherheitsdienst würden sich in den Niederschriften nicht finden, weil solche Beschlüsse "in der Regel im Konsens gefasst" wurden". Demnach müsste auch Obermann informiert gewesen sein, der unter Ricke für das Mobilfunkgeschäft verantwortlich war.

Härtere Strafen gefordert

Dem Bericht zufolge hatten zudem nicht nur die Mitarbeiter der Konzernsicherheit Zugriff auf die Daten der überwachten Journ alisten. Nach Angaben des Ex-Managers hatten die an der Schnittstelle zwischen der Technik für den Netzbetrieb und den Systemen für das Kundendaten-Management Beschäftigten "Zugriff auf alle Daten."
     Unterdessen forderte der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl mit Blick auf den Skandal im "Spiegel" härtere Strafen gegen den Datenmissbrauch von Unternehmen. "Täterfirmen" sollten gesetzlich gezwungen werden, den Missbrauch selbst öffentlich zu machen. Dies habe "eine abschreckende Wirkung, wie einst der mittelalterliche Pranger". Der Telekom warf er zudem "blanke Heuchelei" vor. In der Debatte um die Vorratsdatenspeicherung habe sich die Telekom massiv gegen das geplante Gesetz gewandt und sich zum "Schutzengel ihrer Kunden" stilisiert.

Weitere Artikel zur Bespitzelungsaffäre bei der Telekom

 
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Tief atmen Halina 20.03.10 11:51
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RE: Verantwortliche zur Rechenschaft ... spaghettimon. 16.11.09 18:32
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2009-IV, Erwachsene ab 14 Jahre