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Alle acht Minuten wird ein Navigationsgerät gestohlen27.05.2008
17:46 Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 60 000 Geräte verschwunden
Durchschnittlich alle eineinhalb Minuten wird in
Deutschland ein Kraftfahrzeug aufgebrochen. Tendenz sinkend. Was sich
zunächst wie eine gute Nachricht anhört, ist bei näherer
Betrachtung Trugschluss. Obwohl die
Gesamtzahl der Diebstähle aus Autos laut Polizeilicher
Kriminalstatistik 2007 um 3,2 Prozent zurückging, sollten sich die
Besitzer von
Navigationsgeräten alles andere als sicher fühlen.
Wurden 2006 bundesweit "nur" mehr als 40 000 Navis gestohlen,
verschwand im Vorjahr Schätzungen zufolge bereits alle achteinhalb
Minuten eine solche Orientierungshilfe. Ermittler gehen 2007
bundesweit bereits von bis zu 60 000 Fällen aus - Tendenz steigend.
Der rapide Anstieg beim Diebstahl von Navigationsgeräten sei alarmierend, sagte Erwin Hetger, Vorsitzender der Projektleitung Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Entwendet werden vorwiegend Navis, die nicht fest ins Fahrzeug eingebaut wurden. "In erster Linie gilt es, Tatgelegenheiten zu minimieren. Deshalb müssen wir Autofahrer gezielt für ein sicherheitsbewusstes Verhalten sensibilisieren", so Hetger, der zugleich Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg ist. Die Täter benötigen nur wenige Sekunden um ein Auto zu knackenGerade auf Großraumparkplätzen, in Parkhäusern, an Flughäfen, aber auch in Wohngebieten nutzen Diebe laut Hetger nur allzu häufig die Sorglosigkeit der Autofahrer. Routinierte Täter benötigten nur wenige Sekunden, um ein Fahrzeug zu knacken und würden auch versteckte Geräte in Handschuhfächern oder unter Sitzen schnell finden. Auch wenn es keine offizielle Bundesstatistik gibt, zeigt das Ergebnis einer ddp-Umfrage bei den Landeskriminalämtern, dass die Navi-Besitzer nicht in jedem Bundesland gleich gefährlich leben. Trauriger Spitzenreiter ist demzufolge im vergangenen Jahr mit mehr als 30 000 Fällen Nordrhein-Westfalen. Bei beinahe jedem vierten Diebstahl aus Kraftfahrzeugen wurde damit im bevölkerungsreichsten Bundesland ein Navigationsgerät gestohlen. Allein in Niedersachsen sank die Zahl der DiebstähleHingegen können die Autofahrer etwa in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg eher entspannt bleiben. Mit 542 beziehungsweise 993 angezeigten Fällen sind die Diebstahlzahlen dort im Vergleich zum Vorjahr nicht nur weitgehend konstant sondern auch deutlich unter den Werten in den anderen Bundesländern. So stieg die Anzahl der angezeigten Diebstähle zwischen 2006 und 2007 etwa in Baden-Württemberg von über 2 400 auf fast 4300, in Bayern von über 1 800 auf 2600, in Hessen von fast 5 800 auf 7 400 und in Schleswig-Holstein von mehr als 2 100 auf über 3000. Lediglich in Niedersachsen sank die Zahl von rund 4 350 auf 2100. Während das Bundeskriminalamt (BKA) die unterschiedlichen Zahlen entwendeter Routenplaner nicht kommentieren kann, gehen Ermittler davon aus, dass die Ursachen abseits der Bevölkerungsdichten und der Anzahl gemeldeter Fahrzeuge auch in den Vermögensverhältnissen der Bürger in den einzelnen Ländern liegen. Mit Anti-Klau-Anhängern gegen DiebstahlRund drei Millionen Deutsche besitzen heute bereits einen der praktischen Helfer. Waren es in der Vergangenheit zumeist Radios oder Handys, die aus den Fahrzeugen gestohlen wurden, so bevorzugen Diebe heutzutage die begehrten Planer. Um dem Negativtrend entgegenzuwirken, will die Polizei die Besitzer von Navis mittels einer bundesweiten Initiative jetzt aufrütteln. Hierzu gehört die Verteilung von einer Millionen "Anti-Klau-Anhängern". Diese sollen am Innenspiegel angebracht den potenziellen Dieben signalisieren: "Hier ist nichts zu holen." Auch die Weitergabe sogenannter Navi-Pässe soll den Ermittlern im Falle eines Diebstahls die Fahndung nach Tätern und die Zuordnung von gefundenem Diebesgut erleichtern. Das wachsende Interesse von Dieben an Navigationsgeräten kann der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigen. "Auch wenn bei uns ja nur die Diebstähle von versicherten Geräten bekannt sind, also alle Geräte, die fest mit dem Fahrzeug verbunden sind, haben wir auch den Eindruck, dass die Fallzahlen zunehmen", sagte GDV-Sprecher Stephan Schweda. "Daran kann man erkennen, dass grundsätzlich ein Markt für die gestohlenen Geräte vorhanden sein muss - etwa bei Versteigerungen im Internet." Um dem Trend entgegenzuwirken, sei es deshalb sinnvoll, die Navigationsgeräte genau wie Autoradios mit speziellen Sicherungssystemen auszustatten, weiß der Fachmann. ddp / Anja Zimmermann
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