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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Google stellt Online-Krankenakte und "virtuelle Pillendose" vor20.05.2008
14:31 Verbraucherschützer warnen vor Sicherheitsrisiken bei Google Health
Der Suchmaschinen-Gigant Google hat seine mit Spannung erwartete Online-Krankenakte Google Health vorgestellt, mit der US-Verbraucher ärztliche Diagnosen, Laborwerte oder andere Gesundheitsinformationen speichern und verwalten können. "Dies ist eine von den Nutzern kontrollierte Datenbank, die Google anbietet", sagte Produktmanager Roni Zeiger bei der Präsentation im kalifornischen Google-Hauptquartier in Mountain View. Google Health liefert neben der Speicherfunktion auch Services wie die "virtuelle Pillendose", Patienten per SMS daran erinnert, rechtzeitig ihre Medikamente einzunehmen. Der US-Softwareriese Microsoft bietet schon seit Oktober mit HealthVault einen ganz ähnlichen Dienst an.
Daten- und Verbraucherschützer warnten umgehend vor Sicherheitsrisiken für die Nutzer von Google Health: Sie befürchten Online-Schnüffeleien von Versicherungen oder Arbeitgebern, die Internet-Krankenakten ausspähen, um sich über den Gesundheitszustand von Versicherten und Beschäftigten zu informieren. "Das ist der Wilde Westen im Online-Format", sagte die Psychiaterin Deborah Peel, die den Patienten-Schutzverband PatientPrivacyRights.org gegründet hat. "Es gibt massive Risiken", hob sie hervor. Microsoft dagegen habe bei der Entwicklung von HealthVault mit ihrer Organisation zusammengearbeitet und routinemäßigen Datensicherheits-Checks zugestimmt. Die erste Überprüfung gehe im Juni zuende. Googles Vize-Chefin für Suchdienste, Marissa Mayer, betonte hingegen, bei Google Health gebe es den striktesten Datenschutz, "den wir schaffen konnten". Produktmanager Zeiger fügte hinzu: "Kein Google-Health-Nutzer muss davon ausgehen, dass seine Gesundheitsdaten als Sucherergebnisse bei Google erscheinen." Das Dollar-Zeichen im KrankheitsbildEin wichtiger Bestandteil der Google-Online-Krankenakte sind Links zu Apotheken, Krankenhäusern und Laboren, um Gesundheitsdaten einzuspeisen. Für die Nutzer ist dies kostenlos, und sie bestimmen Google zufolge auch selbst, wer ihre Daten einsehen darf. Google kündigte aber an, anonyme Trenddaten nutzen zu wollen - beispielsweise welcher Prozentsatz von Diabetikern unter den Nutzern sich gegen Grippe impfen lässt. Außerdem fänden sich auf den Seiten des neuen Online-Dienstes Suchmenüs: Hier sollen - passend zu den Suchergebnissen - Werbeanzeigen geliefert werden. Datenschützer Jeff Chester vom Center for Digital Democracy kritisierte, letzten Endes gehe es Anbietern wie Google und Microsoft vor allem darum, Pharma- und Gesundheitsprodukte zu vermarkten: "Google, Microsoft und andere sehen das Dollar-Zeichen in Ihrem Krankheitsbild", warnte er. AFP / Marie-Anne Winter
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