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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Editorial: Wie viele Milliarden werden es dieses Mal?11.05.2008
17:24 Neue Frequenzversteigerung, neues Glück?Inhaltsverzeichnis:1. Vor acht Jahren: Die erste UMTS-Auktion2. Neue Geschäftsmodelle und ineffiziente Nutzung treiben die Preise
Knapp acht Jahre ist es her, dass die Mobilfunk-Unternehmen über
50 Milliarden Euro in die Hand nahmen, um sechs
UMTS-Lizenzen zu ersteigern. Nun
steht für kommendes Jahr erneut
die Versteigerung von Frequenzbändern für Mobilfunkdienste
an. Die Frage: Wird es wieder ein multimilliardenschweres
Wettsteigern geben?
nächste Seite: Neue Geschäftsmodelle und ineffiziente Nutzung treiben die Preise
Blicken wir zurück: Die hohen Kosten der UMTS-Auktion haben in den letzten Jahren die Entwicklung des Mobilfunks in Deutschland massiv behindert. So mussten zwei der erfolgreichen Bieter noch vor dem Start von UMTS aufgeben: Group 3G, später umbenannt in Quam, stellte bereits gut zwei Jahre nach der Auktion den GSM-Netzbetrieb (realisiert Kooperation mit E-Plus) ein und startete nie UMTS. Währenddessen überwarf sich MobilCom, die inzwischen unter freenet firmieren. mit ihrem internationalen Partner France Télécom. Am Ende musste MobilCom eine Einigung schlucken, die die Rückgabe der UMTS-Lizenz vorsah, während France Télécom sämtliche Kosten des UMTS-Abenteuers übernahm. Die verbleibenden vier Unternehmen, allesamt bereits zuvor etablierte GSM-Betreiber in Deutschland, haben zwar alle ein UMTS-Netz aufgebaut und in Betrieb genommen. Sie sind aber von den Lizenzkosten schwer belastet, was die Preise nicht nur für UMTS-Datendienste, sondern auch für GSM-Telefonie hoch hält. Die nächste Runde: Viele Faktoren drücken die PreiseDer Volksmund kennt den Spruch: Neues Spiel - neues Glück. Doch sind im kommerziellen Casino die Spiele allesamt zugunsten der Bank optimiert: Je öfters ein Spieler einen Einsatz wagt, desto sicherer gewinnt das Casino. "Neues Spiel - noch mehr Pech" käme somit der Wahrheit näher. Gilt dieses auch für die kommende Auktion, so dass sich abermals ein SPD-Finanzminister über unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von (Alt-)Schulden freuen darf, während sich die Tk-Unternehmen an der nächsten Hypothek verheben? Nun, es gibt vier preislimitierende Faktoren: Erstens werden mit 270 MHz fast doppelt so viele Frequenzbereiche versteigert wie bei der letzten UMTS-Auktion, wo 145 MHz zur Verfügung standen. Zugleich treibt der technische Fortschritt (16QAM und 64QAM, künftig auch MIMO) die auf einem Frequenzbereich möglichen Datenraten immer weiter nach oben. Zweitens ist die Zahl der möglichen Interessenten durch nationale und internationale Fusionen zurückgegangen. UMTS-Mitbieter debitel gehört inzwischen zu freenet. Telefónica, der internationale Konzern hinter Quam, hat sich zwischenzeitlich o2 einverleibt. Drittens ist die Stimmung in der Telekommunikations-Industrie bei weitem nicht mehr so überhitzt wie im Jahr 2000, dem Höhepunkt der "Dot Com Bubble", als alles ging. Zwar haben alle Unternehmen ein erhebliches Interesse an neuen Frequenzbändern, aber nicht mehr um jeden Preis. Und so wird es insbesondere nicht mehr zu dem Effekt von der letzten UMTS-Auktion kommen, bei der mehrere Bieter durch das Streben nach besonders üppiger Frequenzausstattung den Preis massiv weiter nach oben trieben.
Schließlich ist absehbar, dass in absehbarer Zeit noch viel
interessantere Frequenzen unter den Hammer kommen werden als bei
der aktuellen Auktion. Während aktuell Bänder aus dem Bereich
zwischen 1 800 und 2 600 MHz versteigert werden,
ist künftig auch die Versteigerung von
freigewordenen Fernsehfrequenzen zu
erwarten, insbesondere im Bereich der UHF-Bänder IV und V von
470 bis 862 MHz. Je niedriger die Frequenz, desto höher die
Reichweite bei widrigen Bedingungen wie störenden Hauswänden oder
Vegetation.
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