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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Flatrate-Tarife: Von Redefreiheit bis Rhetorik08.05.2008
00:00 Nicht jeden Anbieter sollten die Nutzer beim Wort nehmenInhaltsverzeichnis:1. Die Werbung weckt oft falsche Erwartungen bei den Nutzern2. Flatrate-Tarife eignen sich inzwischen nicht nur für Vielnutzer
"Ohne Limit surfen", "entspannt und sorglos telefonieren", "volle Kostenkontrolle" oder
"die neue Redefreiheit": Telefon- oder Internet-Anbieter,
die mit solchen Aussagen für ihre Flatrate-Tarife werben,
sollten Sie nicht unbedingt beim Wort nehmen. Solche Slogans wecken bei den Nutzern
nur falsche Erwartungen und können schnell zu enttäuschten oder aufgebrachten Kunden
führen. Die echte Flatrate, die sämtliche Telefon- oder Internetkosten abdeckt, gibt es
nämlich nicht. Wer sich für eine Flatrate entscheidet und sie auch ungehemmt
nutzt, muss damit rechnen, am Monatsende einen saftigen Zusatzbetrag zu den
beworbenen Pauschalkosten berappen zu müssen. Wir räumen jetzt mit verbreiteten
Flatrate-Unwahrheiten und -Irrtümern auf: Hier erfahren Sie, für wen sich eine Flatrate
lohnt und was Sie ruhigen Gewissens von einer Flatrate erwarten dürfen bzw. was nicht.
nächste Seite: Flatrate-Tarife eignen sich inzwischen nicht nur für Vielnutzer
Kostenkontrolle: Weder ganz noch gar nicht
Eine Flatrate bietet niemals "volle Kostenkontrolle", sondern immer nur Kostenkontrolle
über einen bestimmten Teil der Telefon- oder Internetnutzung. Das kann beispielsweise
fürs Telefonieren ins deutsche Festnetz,
Handy-Gespräche in die deutschen Fest- und Mobilfunknetze oder
für Telefonverbindungen zwischen Anschlüssen desselben Anbieters sein. Für Internetnutzer
stehen zudem einzelne Flatrates fürs Surfen im Netz oder für Telefonate über das Internet
(VoIP)
zu bestimmten anderen Anschlüssen oder kombinierte
Doppel-Flatrates zur Auswahl. Wer
beispielsweise eine Telefon-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz bucht, zahlt
zwar dafür jeden Monat denselben Grundpreis. Es fallen aber zusätzliche Kosten pro
Minute für Telefonate ins Ausland, in die Mobilfunknetze oder zu
Sonderrufnummern
an.
Das von den Anbietern verbreitete Versprechen "sorgloses Telefonieren" erfüllt sich somit nicht. Vielmehr sollte der Nutzer gerade bei längeren Telefonaten darauf achten, ob das Gespräch bereits von dem gewählten Flatrate-Tarif abgedeckt wird oder nicht. In der Praxis ist eine solche Überprüfung allerdings nicht immer möglich: So geben zum Beispiel die ersten vier Ziffern einer Handy-Rufnummer keinen eindeutigen Hinweis mehr darauf, in welchem Netz der Anschluss des Angerufenen geschaltet ist. Schließlich können die Handy-Besitzer in der Regel bei einem Wechsel des Mobilfunkanbieters durch eine Portierung (MNP) ihre bestehende Handy-Rufnummer behalten. Die Mobilfunkanbieter bieten zwar die Möglichkeit, über Kurzwahlen oder per SMS das zugeordnete Netz jeder Mobilfunknummer zu erfragen. Das ist nicht nur umständlich und zeitraubend, nur wenige Handy-Nutzer dürften diese Nummern unterwegs auch dabei haben. Mit diesem Wissen im Hinterkopf genießt der Flatrate-Nutzer in der Tat den Vorteil einer gewissen Kostenkontrolle: Jeden Monat zahlt er einen festgelegten Betrag für den Telefon- und/oder Internetanschluss sowie für einen bestimmten Teil der Telefon- und/oder der Internet-Nutzung. Bei richtiger Flatrate-Tarifwahl kommen dann höchstens noch wenige Euro zum monatlichen Grundbetrag hinzu. Im Idealfall funktioniert das System der Mischkalkulation der Anbieter dann so: Die Kunden, die ihre Flatrate weniger nutzen, zahlen mit für diejenigen Kunden mit, die mehr telefonieren oder Daten aus dem Internet herunterladen. Viele Nutzer sind bereit, für den Komfort, nicht bei jedem Telefonat oder jeder Online-Sitzung auf die Uhr oder den Datenzähler schauen zu müssen, auch ruhig ein paar Euro mehr im Monat für die Flatrate als für ein Telefonminuten-Paket oder einen Surf-Volumentarif zu zahlen. Selbst wenn sie in rechnerischer Hinsicht die Flatrate gar nicht ausnutzen. Der Nachteil dabei: Die monatlichen Grundkosten werden in der Regel während der Vertragslaufzeit auch dann fällig, wenn der Kunde - beispielsweise während einer Auslandsreise - seinen Telefon- oder Internet-Anschluss gar nicht in Anspruch nimmt.
Inklusiv-Kontingente versus Flatrate-TarifeEin Beispiel: Beim Eschborner Anschluss-Anbieter Arcor können DSL-Einsteiger den Komplett-Anschluss für 19,95 Euro im Monat wählen. Dafür erhalten sie einen Telefonanschluss und einen DSL-1000-Anschluss, zahlen aber extra für jedes Telefonat und jedes Megabyte Datenvolumen, das sie über die DSL-Leitung empfangen und versenden. Für 5 Euro mehr im Monat bietet Arcor bereits einen kombinierten Telefon- und DSL-6000-Anschluss mit einer Surf-Flatrate an. Das Flatrate-Anschlusspaket rechnet sich bereits bei einem monatlichen Datenvolumenverbrauch von 172 MB, das bei regelmäßigem Surfen schnell erreicht ist, und bietet zudem die höhere DSL-Maximalgeschwindigkeit. Auch das in den Minutenpaketen für Handy-Telefonate enthaltene Kontingent an Inklusivminuten reicht trotz sorgältiger Tarifwahl nicht immer aus. Das kann etwa dann der Fall sein, wenn ein Handy-Besitzer sein wirkliches Telefonverhalten nicht gut einschätzen kann oder ein Einsteiger schnell Gefallen am mobilen Telefonieren findet und immer häufiger zum Handy greift. Beim Mobilfunkbetreiber o2 kostet im o2-Shop ein Minutenpaket mit 100 Inklusivminuten 10 Euro im Monat, wenn der Kunde bei Vertragsabschluss kein neues Handy bestellt. Für 20 Euro im Monat telefonieren die Kunden ohne weitere Kosten ins deutsche Festnetz, ins nationale o2-Netz sowie zur Mailbox. Der Aufpreis von 10 Euro entspricht knapp 53 Telefonminuten in diese Netze. Ein 250-Minuten-Paket kostet bei o2 mit einem monatlichen Grundpreis von mindestens 25 Euro schon mehr als die Flatrate für anbieterinterne Gespräche und Telefonate ins deutsche Festnetz..
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