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Astra2Connect: 2-Wege-Internet per Satellit im Test01.05.2008
09:49 Vor allem zu verkehrsstarken Zeiten sinkt der Datendurchsatz in der PraxisInhaltsverzeichnis:1. Inbetriebnahme von Astra2Connect nicht in in wenigen Minuten machbar2. Hohe Pingzeiten, unterschiedliche Performance und Luxemburger IP
Vor knapp einem Jahr auf der CeBIT stellte der
Luxemburger Satellitenanbieter Astra
zusammen mit seinem ersten deutschen Partner Filiago
ein System mit dem Namen Astra2Connect vor, das es Kunden
in ganz Europa erlauben sollte, breitbandiges Internet zum Pauschalpreis zu bekommen -
unabhängig
von DSL, Mobilfunk oder
Kabel. Nun, ein Jahr nach dem Start, haben wir
das System von Astra2Connect und Filiago getestet. Der recht späte Zeitpunkt
scheint zunächst unglücklich, hat aber zwei entscheidende Vorteile: Das System
läuft bereits unter Last durch andere Kunden und die Anbieter hatten Zeit, erste Kinderkrankheiten
zu beseitigen. Das wäre direkt zum Start so nicht möglich gewesen. Lesen Sie, wie
sich der Aufbau der Zwei-Wege-Anlage in der Praxis bewährt hat und warum
Astra2Connect zwar eine gute Alternative ist, man aber keine zu hohen
Erwartungen stecken sollte. Zudem geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Tarife.
Phase 1: Der AufbauBei der Teststellung handelte es sich nicht um ein regulär gekauftes Produkt, sondern um eine Teststellung des Anbieters Filiago. Diese Praxis ist in Redaktionen weit verbreitet, um die Produktionskosten niedrig zu halten, birgt aber auch das Riskio, dass der Anbieter beispielsweise den Datendurchsatz manipulieren könnte. Dass dieses Risiko unbegründet war, zeigte sich später im Test. Für Astra2Connect kann nicht die bestehende Satellitenschüssel mit Ausrichtung auf ASTRA 19,2 Grad Ost benutzt werden. Das hat zwei Gründe: Zum einen wird der Internetdienst von Astra über die Position 23,5 Grad Ost realisiert. Zum anderen wird eine spezielle Schüssel benötigt, die auch senden kann. Eine solche Schüssel gibt es derzeit nur von den Anbietern, die Astra2Connect vermarkten und nicht im freien Handel. Auch andere 2-Wege-Systeme wie etwa Tooway von Eutelsat sind nicht mit diesem System kompatibel. Entsprechend schickt der Anbieter eine neue Schüssel. Fast 16 Kilo wiegt das Paket, das Filiago uns mittels des Paketdienstes UPS nach Ostwestfalen schickte. Dort, 10 Kilometer von der nächsten Vermittlungsstelle und somit weit von der DSL-Versorgung entfernt, sollte Astra2Connect den Zugang zum schnellen Internet ermöglichen. Doch bevor gesurft werden kann, muss aufgebaut werden. Ausrichtung deutlich schwieriger als bei TV-Schüsseln
Anschließend kommt die Ausrichtung. Und auch die ist nicht ganz trivial, wird allerdings durch ein mitgeliefertes Messgerät erleichtert: Dieses Messgerät wird auf das Kabel geschraubt, welches für das Uplink-Signal bestimmt ist. Ist das Gerät eingeschaltet, kann mit der Ausrichtung begonnen werden. Wichtig bei der Ausrichtung: Der Blick zum Satelliten muss komplett frei sein. Im Test störten bereits ein etwa 50 Meter entferntes Gebäude und ein 5 Meter entfernter Baum. Lediglich Bäume in 100 Metern Entfernung ließen schließlich das Signal durch. Bei dem Suchen des richtigen Satelliten gibt es drei mögliche Stellschrauben zu beachten: Zum einen ist dies die horizontale und die vertikale Ausrichtung, wie bei einer üblichen Antenne auch. Zusätzlich ist aber auch die Stellung des LNB entscheidend. Hat der Kunde zwar grundsätzlich die richtige Ausrichtung gefunden, aber der LNB ist in der falschen Stellung, kommt kein Signal zustande. Signalgerät hilft bei der Ausrichtung
Ob das Signal stark genug und der Satellit gefunden ist, verrät ein Pfeif-Signal vom
Messgerät. Erst wenn es sich hier um ein sehr hohes konstantes Signal handelt
ist die Ausrichtung korrekt. Dabei ist das Finden der richtigen Position deutlich
kniffliger als bei einer TV-Schüssel. Beim Ertönen des hohen Tons
kann das Messgerät entfernt werden und das eigentliche Kabel
an die Anlage angeschlossen. Im Idealfall bucht sich das Modem dann ein.
In unserem Test war dieses zunächst leider nicht der Fall. Das Modem synchronisierte sich nicht, eine Verbindung kam nicht zustande. Erst die Rücksprache mit Filiago brachte die entscheidende Information: Es wurde vergessen, unser Testgerät frei zu schalten. Denn die Identifikation des Kunden erfolgt nicht über Benutzername und Passwort. Vielmehr erfolgt die Feststellung, ob ein Kunde den Dienst nutzen darf und mit welcher Bandbreite, über die jeweilige Hardware. Einstellungen am Modem muss der Kunde kaum vornehmen - die wenigen Schritte, die zu tun sind, sind gut dokumentiert. Allerdings: Wer kein Englisch kann, sollte sich helfen lassen. Das komplette Administrations-Menü des Modems, das per Browser aufgerufen werden kann, ist auf Englisch.
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