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Handyfilme - Zwischen Kunst und Spaß

30.03.2008
13:35

2. Mobile Film-Festival in Berlin - Teilnahme noch möglich


In der Diskothek, im Urlaub und auf der Straße - Marc Julian Bonnet filmt mit seinem Handy, was ihm vor die Linse kommt. "Es ist unmöglich, jeden Tag eine richtige Kamera mitzunehmen", sagt der 21-Jährige. Die meisten Handys haben heutzutage eine integrierte Digitalkamera, mit der man Filme drehen, teilweise sogar schneiden kann. "Es sind eigentlich immer nur witzige Sachen, die man aufnimmt", erklärt er.

Ein Filmfestival widmet sich ganz den Handyfilmern: Noch bis zum 10. April findet in Berlin zum zweiten Mal das Mobile Film-Festival statt. Die Organisatorin Isabelle Azoulay hat die Idee des Handyfilm-Festivals aus Frankreich importiert. Auf einer Internetseite können die Filmemacher ihre Handyvideos einreichen. Eine Jury prämiert dann am 10. April den besten Film, das beste Drehbuch und die beste Nachbearbeitung. Einzige Bedingung für die Teilnahme ist, dass alles ausschließlich mit dem Mobiltelefon gedreht wurde. Bei der Nachbearbeitung haben die Teilnehmer aber freie Hand. Außerdem kann das Publikum via Handy seinen Favoriten wählen.
Julian Bonnet filmt mit seinem Handy (Foto: dpa)

Der neue Trend, Filme mit seinem Handy zu drehen, ist keineswegs nur ein Jugendphänomen. Der Altersdurchschnitt der Teilnehmer am Handyfilm-Festival im letzten Jahr lag bei über 30 Jahren. Auch einige Profis aus der Branche hatten Filme eingereicht. Im vergangenen Jahr gewann eine ungewöhnliche Interpretation des Slogans "Rauchen kann tödlich sein" von Jörg Fritzsche den Publikumspreis. Der Fernsehfilmregisseur dreht normalerweise über Monate. "Es fehlen manchmal Erfolge, fertiggestellte Werke", sagt er. Darum habe er begonnen, mit dem Handy zu experimentieren.

"Das Handy ist eine kreative Befreiung. Man versteift sich oft zu sehr auf die Technik, aber Handyfilme leben von der Idee", meint Lawrence Steel. Der Student der Filmakademie Ludwigsburg hat Gefallen an den körnigen Aufnahmen und der extremen Reduzierung gefunden. "Man kann bewusst mit dieser schlechten Qualität spielen."

Marc Julian hat allerdings keine Ambitionen, in die Filmbranche zu gehen. Seine Filme bereitet er selten am PC nach, er reiht höchstens kürzere Sequenzen aneinander und unterlegt sie noch mit Musik. "Da wäre einfach die Mühe viel zu groß, wenn man schlechte Aufnahmen hat."

 
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre