Über Forderungen nach Tilgung der "weißen Flecken" auf der deutschen Breitbandkarte
können die Anbieter von
Breitband-Zugängen
via Satellit nur den Kopf schütteln. Solchen Forderungen halten sie entgegen, dass ihre drahtlosen Breitband-Anbindungen überall
dort verfügbar sind, wo freie Sicht zum Satelliten herrscht. Seitdem die Anbieter
nun auch den Rückkanal über die Satellitenverbindung realisiert haben, sind die
Zugangsangebote zumindest transparenter geworden. Inzwischen haben die Provider auch bei
den Preisen nachgebessert, die - vor allem die hohen Einstiegskosten - bislang
viele Breitband-Interessenten trotz fehlender Alternativen abgeschreckt haben. Ob
Breitband via Satellit inzwischen in preislicher Hinsicht konkurrenzfähig zu
anderen Zugangsarten geworden ist, erfahren Sie in diesem Preisvergleich aktueller
Sat-
Flatrates.
So funktioniert Breitband via Satellit
Auf den herkömmlichen Telefonanschluss oder einen Mobilfunkanschluss für den
Datenversand verzichten können die Breitband-via-Satellit-Nutzer bei einer so
genannten 2-Wege-Lösung, wie sie zum Beispiel die Plattform Astra2Connect
darstellt. Für die Nutzung benötigt der Anwender eine Satellitenantenne mit
Sende- und Empfangs-LNB, ein Modem (oder einen Router für die Nutzung im Netzwerk)
sowie einen Computer, der über eine Netzwerkkarte eine Ethernet-Verbindung
aufbauen kann. Das auf dem PC eingesetzte Betriebssystem stellt in der Regel
kein Hindernis für Breitband via Satellit
dar.

2-Wege-Satelliten-System
Das Modem wird zwischen Satellitenantenne und Rechner geschaltet,
verschlüsselt die Anfragen des Nutzers und schickt sie an die Satellitenanlage.
Von dort werden sie über einen Satelliten - in der Regel von SES Astra oder
Eutelsat - an eine terrestrische Empfangsstation geleitet, die über einen
Proxy-Server die angeforderten Daten aus dem Internet sammelt und sie über den
Satelliten an den Nutzer zurückschickt. Das Modem entschlüsselt die erhaltenen
Daten und gibt sie an den Webbrowser weiter.
Diese Technik hat einen Vorteil: Breitband via Satellit ist praktisch überall
auf der Erdoberfläche verfügbar, so lange die Satellitenantenne auf den
jeweiligen Satelliten ausgerichtet werden kann. Es gibt aber auch zwei
entscheidende Nachteile dieses Wegs der Datenübertragung: Er beinhaltet hohe
Signallauf- und Latenzzeiten und eignet sich daher nicht für
Echtzeit-Anwendungen wie etwa Online-Spiele. Zudem kann der Nutzer nicht einfach
auf herkömmliche DSL-Hardware
zurückgreifen, sondern muss sich spezielle Satelliten-Anlagen anschaffen.
Das macht den Einstieg ins Breitband-Internet via Satellit ziemlich teuer
und stellt manchen Einsteiger auch vor Probleme bei eigener Installation.
Allerdings bieten manche Anbieter ihren Kunden inzwischen Ratenzahlungen
oder Mietlösungen über die Dauer der Mindestvertragslaufzeit an.
Nutzer teilen sich vorhandene Bandbreite

Satelliten-IP-Modem
Die deutschen Breitband-Anbieter führen zurzeit Zugangsangebote
mit einer Downstream-Rate von maximal 2 MBit/s im Programm. Dabei
müssen sich mehrere Breitband-via-Satellit-Nutzer die vorhandene Bandbreite
teilen, so dass es selbst dann noch bei der Geschwindigkeit zu Schwankungen
kommen kann. Aus diesem Grund behalten sich die Provider in der Regel auch
Bandbreitenbeschränkungen für Nutzer mit überdurchschnittlich hohem
Datenverbrauch vor - echte Poweruser werden an diesen Flatrate-Zugängen
keine Freude haben.
Verbindungsabbrüche bei schlechtem Wetter gehören jedoch nach Aussage der
Anbieter von Satelliten-Zugänge der Vergangenheit an. In diesem Fall werde
einfach die Sendeleistung der Satelliten-Uplink-Station erhöht und die
"Fehlerkorrektur" der Datenübertragung angepasst.