Wholesale

FTD: 1&1 will Netz von Arcor nutzen

United Internet setzt weniger auf Vorleistungen der Deutschen Telekom
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United Internet (1&1, GMX, web.de) macht sich zunehmend unabhängiger von der Deutschen Telekom. Agierte man früher fast ausschließlich als Reseller der Bonner, so holt man sich mittlerweile immer mehr Partner ins Boot und hält Anteile an anderen Firmen. Nach Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) will United Internet nun auch Arcor als Vorleistungslieferanten nutzen. Arcor-Chef Harald Stöber hatte noch vor genau einer Woche auf der CeBIT in Hannover vom eigenen Wholesale-Geschäft gesprochen, das man künftig vermehrt ausbauen wolle. Mit HanseNet hat es hier auch schon erste Gerüchte über mögliche Kunden gegeben. Mit der United-Internet-Gruppe würde Arcor sich nun einen neuen "Big Player" als Wholesale-Kunden an Land ziehen.

United Internet setzt indes auch auf Vorleistungen von Telefónica und QSC. Dies betrifft vor allem die Komplettanschlüsse des Unternehmens. Da United Internet keine eigene Infrastruktur ausgebaut hat und so keine eigenen Komplettanschlüsse anbieten kann, bedient man sich der entsprechenden Partner. Arcor soll wahrscheinlich, kommt der Vertrag wirklich zustande, eine Ergänzung zu QSC und Telefónica darstellen. Das Eschborner Unternehmen hatte vergangene Woche angekündigt, 140 weitere Ortsnetze in den kommenden Wochen erschließen zu wollen und dann insgesamt mehr als 800 Ortsnetze abdecken zu können.

Versatel als Vorleistungslieferant im eigenen Haus?

Eine weitere Option von United Internet ist der Komplettanschlussanbieter Versatel. An dem börsennotierten Unternehmen hält United Internet ein Viertel der Anteile. Offen ist, ob sich United Internet damit nur finanziell an Versatel beteiligen will oder ob man damit quasi innerhalb des eigenen Konzerns auf entsprechende Infrastruktur zurückgreifen will. Zudem wäre der Bitstream-Access für Anbieter wie United Internet eine Möglichkeit, bundesweit alle DSL-fähigen Haushalte mit DSL ohne Telekom-Anschluss versorgen zu können. Ein entsprechendes Vorleistungsangebot hatte die Telekom am Freitag vorgelegt.