Hoaxes

Nonsense-Lexika im Internet treiben Blüten

Wikipedia-Parodien spielen mit der Leichtgläubigkeit der Internet-Nutzer
Von Christian Horn mit Material von dpa
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Zur Zeit erleben Hoax-E-Mails, in denen behauptet wird Handy-Hersteller wie Nokia oder Sony Ericsson würden Handy veschenken, eine Neuauflage. Diese Hoax-Mails als Spaß-Variante der Spam-Mails waren erstmals im Jahr 2000 aufgetaucht und erleben seitdem immer wieder Revivals in neuen Wellen von per Massenmailing versandten Hoax-Mails. Wie die TU Berlin berichtet werden bei der aktuellen Hoaxmail-Welle Texte versandt, die mit denen älterer Haoxmails identisch sind. Unter anderem werden Handys angeboten, die schon länger nicht mehr auf dem Markt sind. Nutzer, die Hoax-Mails erhalten, sollten diese ignorieren und keine Antwort-E-Mail verschicken, da Spammer auf diesem Wege verifizieren, ob E-Mail-Accounts bestehen.

Nonsense-Lexika nach dem Wikipedia-Vorbild

Ein ganz andere Version der Hoaxes treibt derweil mit Nonsense-Lexikonen nach dem Vorbild von Wikipedia im Internet Blüten. Während sich die meisten Surfer ärgern sich, wenn sie im Internet auf Falschmeldungen und frei erfundene Geschichten hereinfallen, haben es solche Hoaxes einer Reihe von Webnutzern angetan: In Spaß-Lexika sammeln sie jeden erdenklichen Blödsinn und treiben kursierende Gerüchte auf die Spitze. Die Macher parodieren die populäre Online-Enzyklopädie Wikipedia, indem sie ihr Konzept auf den Kopf stellen. Damit wollen sie auch den Blick der Leser im Umgang mit Neuigkeiten aus dem Netz schärfen.

Eine dieser Wikipedia-Parodien ist Kamelopedia.org: Rund 10 000 Scherz-Artikel haben ihre Macher schon zusammengetragen, in denen sie die Welt aus der Sicht von Kamelen erklären. "Erlaubt ist alles, was Spaß macht", erklärt Sprecher Thomas Heitsiek aus Bad Salzuflen das Konzept. Auf der Seite erfahren Leser etwa von der "Kugelschreiber-Verschwörung", in deren Rahmen vertuscht werden soll, dass die Erde in Wahrheit doch eine Scheibe ist.

Ähnlich warten Satireseiten wie Stupidedia.org, Falsipedia.com oder Kartoffelpedia.de mit Nonsens-Nachrichten auf. Letztere warnt vor einer drohenden Kartoffelinvasion, auf Stupidedia.org wird etwa behauptet, am 32. Dezember drohe der Weltuntergang - er könne aber "durch Geldspenden an eine beliebige Sekte" abgewendet werden.

Untermauert werden die pseudowissenschaftlichen Erklärungen häufig mit obskuren Studien oder vermeintlichen Aussprüchen bekannter Persönlichkeiten. So war es in der englischen Version von Uncyclopedia.org lange Zeit ein Running Gag, dass die Artikel mit einem frei erfundenen Zitat von Oscar Wilde anfingen. Die deutsche Seite fügte ihren Einträgen analog ein erdachtes Bonmot von David Hasselhoff hinzu. Uncylopedia wurde bisher in fast 30 Sprachen übersetzt - darunter etwa auch Koreanisch oder Finnisch.

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