Reaktion

sipgate: "VoIP-Sprachqualität wird nicht schlechter"

Internetmaut würde Wettbewerb blockieren und Verbraucher treffen
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Der Voice-over-IP-Anbieter sipgate weist die Behauptung der Deutschen Telekom zurück, dass die Sprachqualität von VoIP aufgrund des steigenden Datenverkehrs in den Breitbandnetzen beeinträchtigt wird. So äußerte ein Sprecher der Deutschen Telekom in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa vom vergangenen Freitag dass aufgrund der zunehmenden Netzbelastung die Qualität von Voice-over-IP-Gesprächen bereits abgenommen hat. Diesen Umstand könne sipgate nicht bestätigen, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens aus Düsseldorf. Vielmehr sei die Sprachqualität bei Internet-Telefonie gegenüber den Vorjahren aufgrund der gestiegenen Bandbreite und neuer Endgeräte besser geworden.

Laut sipgate verfolgt die Deutsche Telekom die Absicht, die Kunden von VoIP-Anbietern nachhaltig zu verunsichern, um so ihr unter Druck geratenes Festnetzgeschäft zu stärken. Zugleich lässt sich nach Meinung von sipgate erkennen, dass die Deutsche Telekom in der Debatte zur Netzneutralität eine diskriminierende Haltung gegenüber Diensten wie in diesem Fall VoIP einnimmt.

Internetmaut: Verlierer wäre der Verbraucher

In der Debatte zur Netzneutralität geht es um die mögliche Einführung einer Internet-Maut für Diensteanbieter durch die Netzbetreiber. Die zunehmende Datenflut fordere eine permanente Aufrüstung der Netze, so die Argumente der Maut-Beführworter. Da die Diensteanbieter Verursacher der Datenflut wären, müssten sich diese am Netzausbau beteiligen. sipgate hält dagegen, dass VoIP-Anbieter bereits heute die bestehende Infrastruktur mitfinanzieren. So entstehen sipgate für die Nutzung der IP-Netze signifikante Kosten.

Zugleich verweist sipgate darauf, dass Internet-Telefonie zum Beispiel im Vergleich zu HD-TV einen verschwindend geringen Datenverbrauch verursacht. So konsumiert ein einzelner HD-TV-Nutzer im Durchschnitt mehr Daten pro Monat als rund 1 000 VoIP-Kunden zusammen. Eine Einführung der Internet-Maut würde dazu führen, dass im Datenverkehr bestimmte Dienste bevorzugt werden, Gebührenverweigerer dagegen im Datenstau stehen bleiben. Die tatsächlichen Verlierer wären aufgrund des eingeschränkten Angebots die Verbraucher. Für die Kunden der VoIP-Anbieter gilt: Aktuell und auf absehbare Zeit ist eine Übertragung aller von VoIP-Anbietern vermittelten Internet-Telefonaten über die deutschen und internationalen IP-Netze uneingeschränkt und in hoher Qualität gewährleistet. sipgate fordert die Deutsche Telekom deshalb auf, die Verbraucher-Verunsicherung zu stoppen und im Sinne der Wettbewerbsgleichheit zu handeln.