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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Die Entdeckung des Endkunden im Mobilfunk14.02.2008
19:45 "Die Menschen wollen Einfachheit"
Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo hat
persönlich demonstriert, wie seine Handys künftig Fußgänger durch die Städte
lotsen sollen. LG wirbt damit, wie einfach man auf den neuen
Mobiltelefonen den Wecker stellen kann. Und Konkurrent HTC schwört
darauf, sich bei künftigen Bedienungskonzepten an den intuitiven
Bewegungen von Babys zu orientieren. Die Mobilfunk-Branche hat nach
Jahren des technologischen Wettrüstens den Menschen entdeckt, der
ihre Handys in der Hand hält - so lautet eine Bilanz des diesjährigen
wichtigsten Branchentreffs Mobile World Congress in Barcelona.
Nicht dass Technologie zu kurz gekommen wäre in den vier Tagen auf dem Messegelände der spanischen Metropole. Es ging um noch schnellere Mobilfunknetze, die heutige DSL-Leitungen in den Schatten stellen, um Bauteile, die kleiner und effizienter und stromsparender sind, um Margen, Marktanteile und andere nüchterne Zahlen. Doch unübersehbar war, dass sich als neues Geschäftsmodell Kundenzufriedenheit in den Vordergrund drängt. Die Branche hat es bitter nötig. Dutzende Milliarden hat sie in den Aufbau der schnellen Mobilfunk-Netze investiert. Jedes Jahr hat sie aufs neue beschworen, jetzt gehe es endlich los mit dem mobilen Internet als Massenmarkt. Nur die Kunden nutzen ihre Handys nach wie vor fürs gewohnte Telefonieren, und das zu rapide sinkenden Minutenpreisen - und sie schicken fleißig SMS. Selbst in Europa machen Umsätze mit Datendiensten nur ein Fünftel der Gesamterlöse der Mobilfunker aus - und davon entfällt auch noch ein großer Teil auf SMS-Nachrichten. Das iPhone ist ein KatalysatorDass die Begeisterung der Kunden für die neuen Dienste sich bisher in Grenzen hielt, hat mehrere Gründe. "Die Menschen wollen Einfachheit", sagte Nokia-Chef Kallasvuo in Barcelona und sprach damit ein Problem an, dass auch andere in der Branche sehen. Bei ihm habe sich noch nie jemand beschwert, dass sein Telefon zu wenige Funktionen habe, sagte der Marketingchef und Entwicklungsguru des taiwanesischen Konkurrenten HTC, John Wang. "Aber oft, dass man nicht weiß, wie man es bedienen soll." So abgedroschen es inwischen auch klingt: Das iPhone von Apple ist Symbol und Katalysator für den Wandel der Industrie, obwohl von ihm gerade einmal vier Millionen Geräte verkauft wurden - ein winziger Teil der 2007 abgesetzten 1,14 Milliarden Handys. Die Steuerung über den berührungsempfindlichen Bildschirm ist zum Vorbild für Bedienungsfreundlichkeit geworden. Und die Daten-Flatrate, die zum iPhone-Vertrag gehört, verleitet dazu, tatsächlich das Internet unterwegs zu nutzen. Das iPhone zeige den Kunden, "dass das mobile Internet Realität ist", sagte T-Mobile-Chef Hamid Akhavan in Barcelona. Auch das Android-Handy soll intuitiv zu bedienen seinIn den kommenden Monaten werden immer mehr Hersteller in die Fußstapfen von Apple treten, wie auf dem Mobile World Congress zu erkennen war. Und ein neuer mächtiger Spieler kommt noch hinzu: Bis Ende des Jahres werden erste Telefone mit dem von Google angestoßenen Betriebssystem Android erwartet. Sie sollen besonders auf Internet-Dienste ausgerichtet sein. In Barcelona waren erste Prototypen zu sehen. Ein zentrales Mitglied der Android-Allianz ist der Handy-Hersteller HTC, dessen Modell Touch sich ähnlich innovativ wie das iPhone bedienen lässt. Zum Schlüssel für die Verbreitung des mobilen Internets werden die Tarife der Netzbetreiber. Die besten Handys nützen nichts, wenn ihre Nutzung zu teuer ist. Kurz vor der Mobilfunk-Messe senkte eine Anbieter-Gruppe um den KPN-Konzern die Tarife auf 0,25 Euro pro Megabyte und T-Mobile kündigte in Barcelona - begleitet von Druck aus Brüssel - für das europäische Ausland einen Einheits-Roamingtarif von zwei Euro pro Megabyte an. Ein Megabyte ist in der heutigen Internet- Welt allerdings eine sehr kleine Größe: Schon ein MP3-Song ist etwa dreimal so groß. Die Messe zeigte auch, welches Konfliktpotenzial in den neuen Geschäftsfeldern steckt: Den Nokia-Vorstoß, sich als Anbieter mobiler Dienste wie Musik und Spiele zu etablieren, quittierte T-Mobile-Chef Akhavan mit einem wenig diplomatischen "Uns gefällt das nicht." Weitere Berichte vom Mobile World Congress in Barcelona
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