Mobile Allianz gegen Inhalte mit sexuellem Kindesmissbrauch
11.02.2008 14:03
Ziel der GSMA-Initiative ist Schutz der missbrauchten Kinder
Die GSM Association hat
heute auf dem
Mobile World Congress in Barcelona
die mobile Allianz gegen Inhalte mit sexuellem Kindesmissbrauch
vorgestellt. Teilnehmende Netzbetreiber sind unter anderem
T-Mobile,
Vodafone und
Telefónica /
o2. Diese Betreiber verpflichten sich,
grundsätzliche Regeln einzuhalten, um die Verbreitung von
Kinderpornographie über ihre Netzwerke einzudämmen. Dazu gehört
insbesondere ein "notice and take down process", der vorsieht,
dass Netzbetreiber illegale Inhalte auf ihren Servern sperren oder
löschen, wenn sie darüber informiert werden.
Telenor geht noch einen Schritt weiter, und unterhält einen
DNS-basierten Filter, der mittlerweile den Zugriff auf
5 300 Sites sperrt. Bei der Einführung 2004 waren es
noch 274 Sites. Jeden Tag werden auf diesem Weg geschätzte
15 000 Zugriffe verhindert. Anfangs mussten rechtliche
Probleme geklärt werden, etwa, ob diese Form der Zensur legal
ist. Relativ schnell kam jedoch die ausdrückliche Erlaubnis vom
Justizministerium, diese Blockliste zu verwenden.
Den Angaben zufolge sind in einer Datenbank von Interpol
über 200 000 Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch
gespeichert, was tausenden von Opfern entspricht. Fast die Hälfte
dieser Opfer ist noch nicht einmal sechs Jahre alt. Indem ausdrücklich
auch verhindert werden soll, dass die Täter mit der Verbreitung dieser
Bilder Geld verdienen, sollen Kinder geschützt werden.
Neben der Empfehlung von Verhaltensregeln dient die Initiative
auch dazu, technische Informationen auszutauschen, wie der Zugang
zu diesen Inhalten verhindert werden kann. Ausdrücklich sind
alle Netzbetreiber weltweit eingeladen, sich dieser Initiative
anzuschließen, egal, welche Zugangstechnologie sie einsetzen.
Derzeit sind allerdings europäische Anbieter noch überrepräsentiert,
da diese Initiative auch aus einer ursprünglich europäischen Anstrengung
hervorgegangen ist.
Auf die Frage, ob sich die Filter auch für andere Ziele, z.B.
die Ausfilterung unerwünschter politischer Meinungen missbrauchen
lassen, konnte Craig Ehrlich von der GSMA keine klare Antwort
geben. Ziel der Initiative ist auf jeden Fall, illegale
Kinderpornographie auszufiltern und nicht andere Inhalte.
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