Viviane Reding: Nur minimale Aufpreise für Roaming-SMS (aktualisiert)
11.02.2008 13:26
Auch Daten-Roaming soll günstiger werden als bisher
EU-Kommissarin
Viviane Reding wiederholte heute
vor Journalisten auf dem
Mobile World Congress in Barcelona
eine Rede, die sie ebenso vor den CEOs etlicher Mobilfunkkonzerne
gehalten hatte. Sie forderte in dieser bis 1. Juli einschneidende
Senkungen bei den Preisen für Datendienste im Ausland.
Bezüglich SMS sprach sie von
einem "entwickelten Markt", den
"jeder" nutzen würde. Hier müssten SMS im europäischen Ausland auf
fast denselben Preis gesenkt werden wie im Inland. Allenfalls ein
sehr geringer Aufpreis für die Mitnutzung des ausländischen Netzes
sei tolerabel. Alles andere sei ein eindeutiger Konflikt mit dem
Ziel des europäischen Binnenmarktes.
Bei mobilen Datendiensten erkennt Frau Reding an, dass es sich
um einen sich entwickelnden Markt handelt, bei dem Netzbetreiber
verschiedene Modelle und
Modelle ausprobieren. Dennoch
gab sie drei generelle Regeln:
Transparenz: Es kann nach Ansicht der Kommissarin nicht
sein, dass Verbraucher nach
Hause kommen und dort mit einer Horror-Rechnung von tausenden
Euros konfrontiert werden. Sie müssten auf jeden Fall rechtzeitig
gewarnt werden.
Roaming-Paket: Anbieter müssen mindestens eine Roaming-Option
anbieten, die in allen 27 EU-Ländern gilt, und im Vergleich zu einer
inländischen Daten-Option nur einen konkurrenzfähigen Aufpreis kostet.
Großhandelspreise: Die Verrechnungspreise der Netzbetreiber
untereinander müssen ein vernünftiges Niveau erreichen. Derzeit
gibt es hier eine Spanne von 25 Cent bis 7 Euro pro
Megabyte. Günstige Preise dürfen auch nicht nur einzelnen Anbietern
in bilateralen Vereinbarungen offen stehen, sondern müssen
grundsätzlich der ganzen Industrie angeboten werden.
Am 1. Juli will die Kommissarin Bilanz ziehen, und dann gegebenenfalls
in Abstimmung mit Kommission und Parlament weitere Schritte vornehmen.
Diese würden dann eine Regulierung bedeuten. Frau Reding wiederholte
aber ihre Zuversicht, dass die Industrie in der Lage sein wird, diese
Aufgabe in Eigenregie zu lösen. Letztendlich würden bezahlbare Preise
das Daten-Roaming in Europa befördern.
Stellungnahme der GSMA
Von der GSM Alliance liegt inzwischen eine Stellungnahme vor, die
- erwartungsgemäß - eine Regulierung insbesondere bei den Endkundenpreisen
ablehnt. Sie verweist darauf, dass allein zwischen drittem und viertem
Quartal 2007 die Preise um bis zu zehn Prozent gefallen sind.
Auffällig ist, dass das SMS-Roaming in der Stellungnahme noch
nicht einmal erwähnt wird. Dabei ist dieses der Bereich, in dem Frau
Reding sogar noch deutlich drastischere Korrekturen fordert und nur
noch minimale Aufpreise im Vergleich zu nationalen Tarifen zulassen
will.
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