Europäischer Gewerkschaftsbund erhebt Vorwürfe gegen Nokia
30.01.2008 09:42
Verstoß gegen EU-Richtlinie über Euro-Betriebsräte
Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) hat
Nokia vorgeworfen, gegen die EU-Richtlinie über Euro-Betriebsräte
verstoßen zu haben. Der Mobilfunk-Konzern habe den Betriebsrat nicht
über den Beschluss informiert, das Werk in Bochum schließen zu
wollen, sagte Vize-Generalsekretär Reiner Hoffmann der
Frankfurter Rundschau. Bei solchen Verstößen seien bislang in
der Richtlinie keine Sanktionen vorgesehen.
Der EGB verlangt deshalb eine Reform der EU-Richtlinie: Wenn ein
Konzern Arbeitnehmer-Rechte missachte, müsse ein
Verlagerungsbeschluss ausgesetzt werden können, forderte Hoffmann.
Das Management müsse verpflichtet werden, den Euro-Betriebsrat zu
konsultieren und sich mit ihm auf ein Vorgehen zu einigen.
Nokia-Betriebsräte beraten über Proteste gegen Schließung in Bochum
Die europäischen Nokia-Betriebsräte wollen
heute bei einem Treffen in Brüssel über das Vorgehen gegen
die geplante Werksschließung in Bochum beraten. Zu den europaweiten
Aktionen könnten auch Streiks gehören, hatte der Generalsekretär des
Europäischen Metallgewerkschaftsbundes Peter Scherrer bereits gestern angekündigt. So solle erreicht werden, dass der Mobilfunk-
Konzern die Schließung des Bochumer Werks aussetze und über
Alternativen nachdenke.
An den Gesprächen in Brüssel soll auch die Betriebsratsvorsitzende
des Bochumer Nokia-Werks Gisela Achenbach teilnehmen. Mit der
Ankündigung, sein Bochumer Werk mit 2300 fest angestellten
Beschäftigten schließen zu wollen, hatte das finnische Unternehmen
vor zwei Wochen eine Protestwelle ausgelöst.
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