EU droht mit weiterer Regulierung der Roaming-Preise
17.01.2008 17:02
Telekom-Kommissarin Reding kritisiert Abrechnung im Minutentakt
Die EU-Kommission will bis Ende dieses Jahres entscheiden, ob sie weitere Eingriffe
in den Mobilfunkmarkt vornimmt. Nachdem sie den Mobilfunkanbietern im vergangenen
Jahr schon Höchstgrenzen für grenzüberschreitende Handy-Telefonate innerhalb der EU vorgeschrieben hat, bewertete Telekom-Kommissarin Viviane Reding
heute in Brüssel die aktuellen Roaming-Preise weiterhin als
zu hoch. Sie kritisierte vor allem die Abrechnung der Gespräche im
Minutentakt: "Zum Beispiel wird einem Kunden für ein 20-Sekunden-Gespräch eine ganze Minute berechnet."
Ins Visier hat die EU-Kommissarin auch die Preise für den
SMS-Versand und mobile Datendienste im Ausland
genommen. Falls die Mobilfunk-Betreiber ihre
Roaming-Preise für Kurznachrichten und Daten nicht bald von sich aus deutlich
senken sollten, droht eine weitere Regulierung des Marktes. Als erster deutscher
Netzbetreiber reagierte das Münchener Unternehmen
o2 mit Preissenkungen zum Februar für den Mitteilungsversand
und für die mobile Internetnutzung im Ausland. Die Tarife fallen nach Angaben des Anbieters um bis zu 46 Prozent.
Mittlerweile dürfen die Mobilfunkanbieter nicht mehr als 58,31 Cent pro Minute
für abgehende Handy-Gespräche und 28,56 Cent für ankommende Telefonate im
Ausland verlangen. Im August dieses Jahres
werden diese Maximalwerte weiter auf 54,74 Cent bzw. 26,18 Cent sinken.
In einem Gastkommentar auf teltarif.de zum Thema
10 Jahre Tk-Marktliberalisierung hatte Reding
kürzlich die Tk-Anbieter aufgefordert, mehr als bisher die Kunden nicht durch
vertragliche Klauseln sondern durch attraktive Leistungspakete auf Dauer an sich
zu binden.
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