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Nickel in Handy-Gehäusen kann Hautausschlag auslösen

14.01.2008
18:48

Forscher fordern europaweit gültigen Nickel-Grenzwert für Handys

Manche Handys enthalten so viel Nickel, dass sie eine Kontaktallergie auslösen können. Das berichtet die Berliner tageszeitung über Untersuchungen dänischer und amerikanischer Forscher. Im Gegensatz zu Schmuck und Brillen gebe es keinen europaweit gültigen Nickel-Grenzwert für Handys.

Das dänische Allergiezentrum in Gentofte hatte nach Informationen der tageszeitung 41 gängige Handymodelle getestet und bei jedem fünften Nickel nachgewiesen - beispielsweise in der Tastatur, der Umrandung des Displays oder im Firmenlogo. "Darüber müssten die Firmen die Kunden unbedingt informieren," erklärte Professorin Jeanne Duus Johansen, die Chefin des dänischen Allergiezentrums. Ohne gesetzliche Verpflichtung würden die Hersteller dies aber nicht tun.

Hautausschlag durch Nickel-haltiges Handy

Forscher der Brown-Universität in Providence (US-Staat Rhode Island) waren über einen 18-jährigen Patienten mit Hautausschlag im Gesicht auf das Problem aufmerksam geworden, wie sie im Canadian Medical Association Journal (CMAJ) berichten. Der Ausschlag verschwand, als der Patient auf ein nickelfreies Mobiltelefon umstieg, und kehrte zurück, als er wieder zum gewohnten Handy griff.

Die Forscher berichten, in den vergangenen Jahren hätte der Nickel-Gehalt in Handy-Akkus zwar einige Aufmerksamkeit im Bezug auf die Umweltbelastung durch das Metall erhalten. Über den Nickel-Gehalt in den Gehäusen der Handys hingegen seien kaum Untersuchungen angestellt worden. Beim Test von 23 Handy- und Headset-Modellen konnten die Forscher Nickel im Gehäuse von 10 Geräten feststellen. Bei einem Gerät konnte Nickel erst fest gestellt werden, nachdem die Farbe des Gehäuses abgeblättert war.

Bei der Untersuchung in Dänemark wurde festegestellt, dass bei identischen Modellen einige Exemplare Nickel abgaben und andere nicht. "Wir testeten fünf Exemplare eines Modells. Nur zwei gaben Nickel ab," berichtet Duus Johansen. Dies hänge damit zusammen, dass die Komponenten nicht immer die gleiche Herkunft hätten, sondern von unterschiedlichen Zulieferfirmen stammen können.

Gesetzgeber gefordert: Nickelgehalte auch für Handys begrenzen

In Deutschland seien rund 15 Prozent der Frauen und bis zu 5 Prozent der Männer Nickelallergiker, schreibt die tageszeitung. Das dänische Allergiezentrum rate Allergikern, das eigene Handy mit einem Nickeltest aus der Apotheke zu testen, solange es keine Kennzeichnungspflicht gebe. Dies sei allerdings erst möglich, wenn das Gerät bereits gekauft sei. Nach Ansicht von Duus Johansen ist der Gesetzgeber gefordert. Am wirksamsten wäre es, wenn die EU die Nickelgehalte nicht nur für Schmuck und Brillen, sondern auch für Handys begrenzt.

 
Christian Horn mit Material von dpa
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre