Sniffing, Spoofing und DoS-Angriffe,
Vishing und
SPIT - die Liste der Angriffsszenarien bei der
Internet-Telefonie (
VoIP) ist lang. Schon vor zwei
Jahren hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (
BSI) in einer 130 Seiten
starken
Untersuchung vor den Sicherheitsgefährdungen bei der
Internet-Telefonie
gewarnt und weit mehr als ein
Dutzend verschiedene Angriffsmöglichkeiten auf Netzwerk- und Anwenderebene
ausgemacht. Experten wie der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar,
warnen, mit zunehmender Verbreitung der
Internet-Telefonie wachse auch die Attraktivität als Angriffsziel für Hacker und
Internet-Kriminelle.
Doch was ist von diesen Warnungen zu halten? Müssen die Nutzer der
Internet-Telefonie ähnliche Zustände wie bei der Internet-Nutzung, die ja
bekanntlich durch Viren, Würmer und
Trojanische Pferde oder Phishing ein beständiges Spiel mit dem Feuer ist und
deren Basis-Anwendung E-Mail längst im Schatten der Plage
Spam steht, fürchten? Die Meinungen sind kontrovers.
Gegen die warnenden Stimmen stehen andere Experten-Meinungen, die behaupten,
die Bedrohungen seien eher theoretisch, die technischen Hürden seien sehr hoch
und die Verbreitung der Angriffe vergleichsweise niedrig.
Zum Themenspecial Internet-Telefonie gibt teltarif.de
einen Überblick über die Sicherheits-Risiken beim Telefonieren über das
Internet und erklärt, was VoIP-Nutzer beachten sollten, um sich vor
potenziellen Gefahren zu schützen.
Vishing als telefonisches Pendant des Phishing
Die prominentesten der im Zusammenhang mit der Sicherheit der VoIP-Telefonie
genannten Bedrohungen sind Vishing und SPIT. Vishing als Zusammensetzung der
Begriffe Voice und Phishing ist das telefonische Pendant des Phishing. Anstatt
fingierte E-Mails, beispielsweise der Postbank
oder eBay, zu verschicken, machen sich die Internet-Betrüger die niedrigen
Kosten der Internet-Telefonie und die Möglichkeit, Telefonnummern massenhaft
automatisiert anzuwählen, zu Nutze.
Mit automatisierten Anrufen wählen die Internet-Betrüger VoIP-Rufnummern an
und erklären per Bandansage zum Beispiel, die Sicherheitsvorkehrungen der
Bank seien geändert worden, auf dem Nutzer-Konto seien ungewöhnliche Bewegungen
beobachtet worden oder die Kreditkarte wäre missbraucht worden und es sei nun
notwendig, durch Eingabe der Benutzerdaten, das Konto wieder freizuschalten.
Die Rufnummern und Informationen darüber, bei welchem Bankinstitut der
Angerufene ein Konto besitzt, erhalten die Betrüger entweder aus dem Internet
oder aus zwielichtigen Quellen. Diesen Angriffen sind theoretisch auch Nutzer
von Festnetzanschlüssen ausgesetzt, allerdings bevorzugen die Vishing-Betrüger
wegen der niedrigeren Kosten VoIP-Anschlüsse. Das Heimtückische am Vishing ist,
dass Bankinstitute ihre Nutzer vor Phishing-Angriffen warnen und erklären, per
E-Mail würden nie persönliche Daten abgefragt und man solle sich auf die
telefonische Kontaktaufnahme verlassen.
Abwehrmaßnahme: Einfach den Telefonhörer auflegen
Da die Eingabe von Zugangsdaten vom Telefonbanking her bekannt ist, können
arglose Nutzer hier in die Falle gehen. Das Vishing ist streng genommen keine Sicherheitslücke in VoIP-Systemen, sondern eine Form des sogenannten "Social Engineering", bei der Unaufmerksamkeit oder Vertrauenseligkeit - Stichwort "Nutzer-Schwachstelle" - mit Hilfe von
VoIP-Systemen ausgebeutet werden. Die einfache Abwehrmaßnahme gegen
Vishing-Angriffe ist das Auflegen des Telefonhörers bei suspekten
Bandansagen.
Höchste Vorsicht ist jedoch bei einer speziellen Vishing-Variante, von der
einige wenige Fälle bekannt sind, angesagt. Hier nutzen die Betrüger nicht
automatisierte Ansagen, sondern rufen persönlich an und geben sich als
Mitarbeiter einer Bank aus. Es sollte also auch bei persönlichen Anrufen,
bei der die Eingabe von Kontodaten verlangt wird, die Berechtigung der
Anfrage gegebenenfalls durch einen eigenen Anruf beim Kreditinstitut
überprüft werden.
Die gleiche Abwehrmaßnahme gilt für unerwünsche Werbeanrufe via VoIP. Beim
SPIT (SPAM over Internet Telephony) werden per automatisiertem Anruf
verführerische Werbeangebote unterbreitet. Während vor einigen Jahren durch
SPIT-Vorkommnisse in den USA befürchtet wurde, SPIT
könne sich zur Plage der Internet-Telefonie auswachsen, wird mittlerweile die
Gefahr von Werbeanrufen per VoIP zumindest in Deutschland als eher gering
eingestuft.
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Alles Wissenswerte rund um Voice over IP
Die Internet-Telefonie bietet einige Vorteile, nicht zuletzt günstige Preise
und die weltweite Erreichbarkeit unter derselben Rufnummer. Unser Ratgeber informiert Einsteiger und Fortgeschrittene.
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