"Links abbiegen. Jetzt links
abbiegen dann rechts abbiegen. Neuberechnung in Gang." Besitzer eines
Navigationsgerätes kennen solche Ansagen. Mitunter nerven sie, und
man möchte "Halt's Maul!" rufen, weil einem plötzlich eine Abkürzung
eingefallen ist, die - bei Ignorieren einiger Anwohner-frei-Schilder
- zehn Minuten Fahrtzeit spart. Derart über den Mund fahren lassen sich
die Computerstimmen der Navis zwar noch nicht. Auf Sprache reagieren
einige der neuen Geräte inzwischen aber schon. Und bei den Navis hört
es nicht auf: Immer mehr mobile Geräte haben eine Spracherkennung.
Was die Navigationsgeräte erst seit kurzem können, ist bei Handys
schon länger möglich: SMS - Kurznachrichten - und E-Mails müssen
nicht mühsam auf kleinen Tasten getippt werden. Wer ein Handy mit
installierter Spracherkennung besitzt, kann das Gerät zum Diktat
bitten: Die eigentliche Umwandlung der Sprache in geschriebenen Text
wird dabei gar nicht vom Handy erledigt. Das Mobiltelefon sende die
Aufnahme an einen Server, der die Arbeit erledigt und zurückschickt,
erklärt Arnd Weil vom Sprachsoftwarespezialisten Nuance in Aachen.
Trotz dieses Umwegs spare das Diktieren dem Nutzer Zeit.
Schneller als Schnelltipper
Um das zu beweisen, ließ das Unternehmen sogar einmal den
amtierenden Weltmeister im SMS-Schnelltippen gegen einen Gegner
antreten, der die Kurznachricht einem Handy diktierte. Das Ergebnis:
Der Weltmeister verlor. Als Killer-Applikation wird das SMS-Diktieren
jedoch noch nicht angesehen. Das mag vielleicht daran liegen, dass
Niemand die gesimsten Liebesgrüße, Lästereien oder Geschäftsaufträge
allen Umstehenden zu Ohr kommen lassen möchte. Und wenn man schon ins
Handy spricht, kann man ja auch gleich richtig telefonieren.
Probleme bereitet aber auch noch die Spracherkennung an sich: Denn
"Spracherkennung unterwegs" ist eine ganz andere Angelegenheit als
Spracherkennung in einer ruhigen Umgebung wie dem eigenen
Arbeitszimmer, wo die Computerprogramme mittlerweile erstaunlich gute
Ergebnisse liefern. "Die Lage ändert sich völlig, sobald wir raus in
die wirkliche Welt gehen", sagt Hans Uszkoreit, Professor für
Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken.
Umgebungsgeräusche und vor allem andere Stimmen könnten die
Erkennungsgenauigkeit unter Umständen deutlich senken.