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Rückblick: Heute vor fünf Jahren stellte Quam den Betrieb ein

Erster virtueller Netzbetreiber hatte nach knapp einem Jahr wieder aufgegeben
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Zu den Telekommunikationsunternehmen, die erfolgreich eine UMTS-Mobilfunklizenz für den deutschen Markt ersteigert hatten, gehörten neben den vier schon vom GSM-Bereich bekannten Netzbetreibern auch zwei Neulinge: mobilcom, das bereits als Service-Provider aktiv war, und Quam, ein Joint-Venture der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera.

mobilcom begann schon kurz nach Erwerb der UMTS-Lizenz damit, sich potenzielle Standorte für Sendemasten zu sichern. Quam hatte es mit dem UMTS-Start nicht ganz so eilig, wollte aber dennoch schnellstmöglich auf dem Markt präsent sein. So vereinbarte das Unternehmen mit E-Plus eine Mitnutzung des GSM-Netzes des Düsseldorfer Unternehmens.

Dabei wollte Quam nicht einfach als Provider für E-Plus-Verträge, sondern als eigenständiger, zunächst virtueller Netzbetreiber auftreten. Das heißt, E-Plus stellte zwar seine Sendemasten zur Verfügung. Die gesamte dahinterliegende Vermittlungstechnik baute Quam aber selbst auf. Eine Investition in die Zukunft, dachte man damals. Die Technik würde Quam für das spätere eigene UMTS-Netz ohnehin benötigen.

Start war am 22. November 2001

Am 22. November 2001 startete Quam. Die Tarife waren eher durchschnittlich, dafür war die Verpflegung in den Shops gut. Jeder Besucher bekam an einer Theke kostenlos Kaffee. SIM-Karten waren dagegen am ersten Tag noch Mangelware. So konnte man uns am Erstverkaufstag zwar eine Prepaidkarte mitgeben und den Antrag für einen Laufzeitvertrag ausfüllen. Die Vertrags-SIM-Karten kamen aber erst später, so dass wir sie nachträglich abholen mussten.

Von Anfang an litt Quam unter großen Problemen - nicht zuletzt auch hervorgerufen durch die Konkurrenz. So stellten T-Mobile, Vodafone und Viag Interkom (heute o2) zunächst keine Gespräche zum neuen Mitbewerber durch. Quam schaltete eine für die Anrufer kostenlose Rufnummer, unter der man sich mit Kunden des Neulings verbinden lassen konnte.

Positive Bilanz trotz zwischenzeitlichem Vermarktungsstopp

Für die Kunden war das Feature nett. Mit Quam-Teilnehmern konnte man so kostenlos telefonieren. Für Quam selbst dürfte die Aktion teuer gewesen sein. Nach drei Wochen zog man sich beleidigt aus der aktiven Vermarktung vorübergehend wieder zurück. Trotz dieser Pannen zum Start gab sich der Mobilfunk-Neuling auf der CeBIT im März 2002 überraschend optimistisch.

Im Frühjahr wurden immer wieder neue Aktionen gestartet, um Kunden zu gewinnen. So winkten Partnerkarten zum halben Preis, reduzierte Grundgebühren für Online-Verträge, die man allerdings auch im Fachhandel abschließen konnte, Gratis-Handys mit Verträgen, für die zumindest während der Mindestlaufzeit keine Kosten anfallen.

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