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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | teltarif.de | 21.03.2010 |
Es soll die "größte Verfassungsbeschwerde in der
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" werden. Das jedenfalls
propagieren die rührigen Bürgerrechtler, die im "Arbeitskreis
Vorratsdatenspeicherung" gegen das Gesetz zur sechsmonatigen
Speicherung sämtlicher Telefon- und Internetdaten mobil machen, das
in dieser Woche im Bundestag verabschiedet werden soll. Mit rund 7 000
Vollmachten potenzieller Kläger sind sie zum kollektiven Marsch nach
Karlsruhe gerüstet.
Ob das fürs Guinness-Buch reicht, weiß zwar nicht einmal das Bundesverfassungsgericht. Doch rekordverdächtig ist die Massenklage allemal: An der "Geburtsstunde" des Datenschutzes - beim Volkszählungsurteil im Dezember 1 983 - sollen rund 1 300 Kläger beteiligt gewesen sein. Überhaupt scheint das historische Verfahren, mit dem Karlsruhe lange vor der Entstehung des Internets das Recht auf "informationelle Selbstbestimmung" aus der Taufe gehoben hatte, Pate für den aktuellen Protest zu stehen. Damals wurde zum Massenboykott des Zensus aufgerufen - und auch am Dienstag wollen die Kritiker möglichst viele Gegner auf die Straße bringen. Massenkundgebungen für den Datenschutz? Eigentlich schien der Mehrheit der Bevölkerung der Schutz persönlicher Daten - einmal abgesehen vom Steuergeheimnis - so gleichgültig zu sein wie nie zuvor. Soziale Internet-Netzwerke wie MySpace oder StudiVZ leben vom wachsenden Offenbarungseifer. Und im anhaltenden Gefühl, von Terroranschlägen bedroht zu sein, räumen die Bürger ohnehin den Ermittlern die Vorfahrt ein - Datenschutz gilt eher als Sicherheitsrisiko.
Bewährungsprobe für den Datenschutz
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