Mehrere führende amerikanische Medien- und Internet-Unternehmen versuchen, gemeinsame
Spielregeln für den Schutz von
Urheberrechten in der
Web-2.0-Ära aufzustellen. Hintergrund ist, dass Verbraucher
in großem Stil urheberrechtlich geschützte Videos, Filme,
Musik im Internet platzieren. In den neuen Richtlinien
verpflichten sich die teilnehmenden Internet-Firmen, effiziente Filter einzusetzen,
um urheberrechtlich geschütztes Material schnell zu erkennen. Medienunternehmen
sollten im Gegenzug auf Klagen gegen die Internet-Gesellschaften verzichten, wenn
diese solche Filter einsetzen und sich trotzdem illegal hochgeladenes Material auf
ihren Seiten findet.
Unter den Teilnehmern sind die wichtigsten US-Medienriesen wie Disney, NBC
Universal, CBS, Fox und Viacom, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Erklärung
hervorgeht. Wichtig von Internet-Seite ist die Beteiligung der Community-Plattform
MySpace.com, auf der laut Vorwürfen aus der Medienbranche zahlreiche Nutzer
urheberrechtlich geschütztes Material hochladen. Microsoft schloss sich ebenfalls der
Initiative an.
Google macht nicht mit

Auffallend ist allerdings das Fehlen von Google. Zum Suchmaschinen- Spezialisten
gehört auch die populäre Video-Plattform YouTube, die besonders im Visier der
Medienkonzerne steht, weil dort viele Nutzer auch Fragmente aus Filmen, TV-Sendungen
und Musikvideos hochladen. Im Frühjahr verklagte Viacom
YouTube wegen Urheberrechtsverletzungen auf eine Milliarde Dollar Schadenersatz.
Dem Wall Street Journal
zufolge soll Google ebenfalls über einen Beitritt zur Initiative verhandelt haben.
Erst am Montag hatte Google ein neues Filter-System
gestartet, mit dem urheberrechtlich geschützte Inhalte
bei YouTube schneller gefunden werden sollen. Damit kann zwar noch nicht verhindert
werden, dass solche Videos im Internet platziert werden, man könnte aber schnell
entfernen.
Filter sollen geschütztes Material aussperren

Die Rechtslage ist derzeit so, dass Internet-Firmen von Nutzern hochgeladene Dateien
entfernen oder sperren müssen, wenn der Rechteinhaber sie dazu auffordert. Angesichts
der Millionen von Videos, Musikstücken und anderen Dateien, die auf vielen Websites
platziert werden, ist es für sie jedoch ein Problem, solches Material zunächst einmal
überhaupt zu finden. Als Lösung werden automatische Filtersysteme gesehen. Die neuen
Richtlinien sehen vor, dass Medienunternehmen den Betreibern sogenannter UGC-Dienste (User Generated Content -
von Nutzern erstellte Inhalte) ihr Original-Material zum Abgleich zur Verfügung
stellen. Die Filter sollen verhindern, dass urheberrechtlich geschütztes Material
überhaupt auf die Website kommt.
Auch die Google-Filter funktionieren nach diesem Prinzip: Aus den Originalen wird
eine Art digitaler "Fingerabdruck" erstellt, mit dem der Filter "gefüttert" wird.
YouTube ist eines der Wahrzeichen des neuen Mitmach-Internets, in dem eine Vielzahl
von Inhalten von den Nutzern selbst erstellt wird.
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