Kopie und/oder Original

Immer mehr Dual-SIM-Handys sind Plagiate bekannter Handys

Nokia N95 und iPhone von Apple sind Hauptziele der Kopierer
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Dual-SIM-Handys, also Mobiltelefone, in denen man gleichzeitig zwei verschiedene SIM-Karten betreiben kann, sind eigentlich eine schicke Sache. So ermöglichen sie die gleichzeitige Nutzung eines privaten und eines geschäftlichen Telefonanschluss in einem einzigen Gerät oder auch, um auf der seit Jahren bekannten Rufnummer weiterhin erreichbar zu sein, während für abgehende Gespräche eine Discounter-SIM genutzt wird. Hersteller der Geräte sind allerlei kleine und mittelgroße IT-Unternehmen in Asien, meist in China.

Unschön für die etablierten Handyhersteller wird aber zunehmend die immer dreistere Kopierwut in Fernost. War bei den ersten Dual-SIM-Geräten, die teltarif.de zum letzten Jahreswechsel gemeldet und auch getestet hat, nicht klar, welches der asiatischen Unternehmen nun der originare Hersteller und welches der Nachahmer war, so sind nun Designelemente und Funktionsweisen aktueller Spitzenmodelle aus Europa und Amerika im Vorbild für die Kopien. Vorherrschende Verkaufsplattform für diese Geräte ist eBay, meist kommen die Händler aus China oder Hongkong, wobei aber auch immer mehr Handelspartner aus Deutschland und Europa mitmischen.

Nokia N95 und Apple iPhone sind Hauptziel der Plagiate

Aktuell sind zahlreiche Geräte von CECT auf dem Markt, die bekannten Geräten von Nokia oder dem iPhone von Apple auf den ersten Blick täuschend ähnlich sehen. So hat CECT für das N95 nicht nur das Design immer mehr angepasst und mittlerweile nicht nur auf den ersten Blick kopiert, sondern auch noch gleich den Namen des Originals für das Plagiat aus der eigenen Produktion verwendet.

Auch Apple ist mit dem iPhone Ziel der Kopierwut in Fernost geworden. Schon unmittelbar im Umfeld des Erstverkaufstages des Handys in USA gab es erste Bilder von einem Plagiat aus China. Das Gerät, meist als CECT P168 bezeichnet, wird von manchen Händlern als Handy mit "iPhone Performance" verkauft und meist so geschickt fotografiert, dass die wesentlichen Unterschiede beim Touchscreen und den Tasten unterhalb des Displays nicht sofort auffallen. Die Kopie hat hier einerseits mehrere kleine Navigationssymbole am unteren Rand des Touchscreens platziert, auch sind mehrere Tasten, statt der iPhone-typischen einen, im unteren Gehäuse angeordnet.

Beschlagnahmung der Plagiate droht

Der Import von Handys aus Fernost ist mit etwas Internetkenntnis, einer Kreditkarte und der Bereitschaft, längere Lieferzeiten zu tolerieren, inzwischen recht einfach und relativ gefahrlos möglich. Ob es sich hingegen lohnt, ein Plagiat-Handy zu erwerben, sei dahingestellt. Zum einen riskiert man die Beschlagnahmung [Link auf http://www.zoll.de/b0_zoll_und_steuern/d0_verbote_und_beschraenkungen/f0_gew_rechtsschutz/a0_marken_piraterie/b0_grenzbeschlagnahme/e0_private_einfuhren/index.html entfernt, da Seite nicht mehr erreichbar] durch die Post-Zollstelle und somit auch den Totalverlust des meist via Vorkasse bezahlten Geldes. Auch hinsichtlich der aus Europa bekannten Garantieansprüche muss man deutliche Abstriche machen, meist werden keine Garantieregelungen vereinbart, so dass auch bei kleineren Fehlern oder Reparaturen der Totalverlust drohen kann.

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