Warung

Verband: Zuviel Regulierung schadet Telekom-Investitionen

Niedrige Preise bei erzwungener Marktöffnung nur kurzfristig
Von dpa /
AAA

Der Verband der europäischen Telekom-Anbieter (ETNO) warnt die EU-Kommission vor einer stärkeren Regulierung der Märkte. Eine erzwungene Öffnung für neue Anbieter führe nur kurzfristig zu niedrigeren Preisen, hemme langfristig aber Investitionen in leistungsfähigere Netze, wie eine von ETNO in Auftrag gegebenen Studie der London School of Business und der Beraterfirma LECG zeige. Ohne die Entwicklung neuer Technologien drohe Europa im weltweiten Wettbewerb zurückzufallen und Arbeitsplätze zu verlieren, teilte ETNO heute in Brüssel mit.

Die Forscher untersuchten in der Studie, wie sich die Öffnung lokaler Telefonnetze ehemaliger Monopolisten für neue Anbieter zwischen 2002 und 2006 ausgewirkt hat und stellten einen Zusammenhang zwischen Regulierung und Investitionen fest. Die Öffnung habe zu mehr Konkurrenz innerhalb bestehender Netze geführt, nicht aber zu einer Konkurrenz verschiedener Technologien, sagte Studienleiter Len Waverman. Dadurch sei weniger in neue Techniken investiert worden.

"Politiker sollten die Regulierung des Marktzugangs nicht als kostenloses Allheilmittel für einen wahrgenommenen Mangel an Wettbewerb betrachten", sagte Waverman. Kalyan Dasgupta von LECG betonte, dass es kaum Anreize für Investitionen gebe, wenn Firmen Geld für Netze ausgeben müssten, um sie mit anderen zu teilen.

EU-Medienkommissarin Viviane Reding will den Wettbewerb auf den Telekom-Märkten - notfalls mit regulierenden Eingriffen - weiter voranbringen. Sie erwägt eine eigene EU-Regulierungsbehörde und eine Aufspaltung großer Telekom-Konzerne. Demnach könnte die Branche in Netz-Betreiber und Dienste-Anbieter aufgeteilt werden.