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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 15.02.2012 |
Technik-Tipps für Web- und Videotelefonie20.08.2007
10:12 "Guck mal, wer da spricht"
Das Fräulein vom Amt wäre wohl
ohnmächtig vom Drehhocker gekippt, wenn sie gesehen hätte, wie
Menschen heute mit Headsets telefonieren und dabei auch noch ein
Video von sich per Webcam um den Globus schicken. Inzwischen ist es
ein vertrautes Bild, wenn Gesprächsteilnehmer sich ganz ohne ihre
Vermittlungsdienste mit Messenger-Programmen über das Internet
verständigen. Gäbe es das Amtsfräulein heute noch, könnte sie zwar
keine eindeutige Empfehlung für eine passende Webcam abgeben.
Zumindest hätte sie aber ein paar Tipps für ein gutes Sprechzeug - so
hießen Headsets früher.
nächste Seite: Das Headset sollte zum Kopf passen
Unterschieden werden zunächst Überkopf- und Ohrbügelgarnituren. Zudem gibt es sogenannte monaurale und binaurale Modelle: Während bei Ersteren der Ton nur auf einem Ohr erklingt, sind Letztere für beide Ohren ausgelegt. "Bei uns im Labor sind die monauralen Systeme besser als die binauralen angekommen", sagt Prof. Dieter Lorenz von der Fachhochschule Gießen-Friedberg. Der Arbeitswissenschaftler hat mit Probanden Headsets untersucht. Dabei seien Geräte mit Ohrbügeln und -stöpseln im Tragekomfort und akustisch im Schnitt nicht so gut bewertet worden wie Überkopfbügel mit gepolsterten Ohrmuscheln. Für Brillenträger seien Bügelmodelle meist wenig geeignet. Headsets mit Ohrstöpseln hätten zudem oft eine niedrigere Sprachverständlichkeit, weil sie etwas schlechter sitzen. Teurer ist oft tatsächlich besserDie Sprachverständlichkeit hängt auch vom übertragenen Frequenzspektrum und dem Frequenzgang des Headsets ab. Teure Profi-Headsets mit einem Preis ab 100 Euro bieten etwa eine gezielte Anhebung der Frequenzen zwischen 300 und 8 500 Hertz, um die menschliche Sprechstimme besser aus Nebengeräuschen herauszufiltern. Während Ohrpolster aus Schaumstoff den Schall am Ohr eher dämpfen, reflektieren und verstärken ihn Polster aus Leder oder Kunstleder. Warum monaurale Headsets eine bessere Sprachverständlichkeit bieten als binaurale Varianten, ist nicht eindeutig geklärt. Obwohl Studien belegen, dass es grundsätzlich keine Unterschiede in der Hörfähigkeit beider Ohren gibt, hat jeder Mensch ein "Telefonhörer-Ohr", an dem er in der eigenen Wahrnehmung besser versteht. Es könnte aber auch sein, dass bei monauralen Headsets die Konzentration höher ist oder der akustische Bezug zur Umwelt die Sinne schärft.
Binaurale Headsets empfiehlt Lorenz nur zum Telefonieren bei hohen
Störpegeln in der Umgebung - etwa in Call-Centern. "Dann ist aber ein
Sprachtraining empfehlenswert, damit man nicht herumbrüllt", sagt
Lorenz. Denn der Mensch steuert die Lautstärke seiner Stimme durch
das Feedback, dass er von den Ohren bekommt. Und je abgeschirmter das
Ohr, desto leiser nimmt der Mensch die eigene Stimme wahr.
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