Die
Senkung der Tarife für Handy-Gespräche im
Ausland geht europäischen Verbraucherschützern nicht weit genug. "Wir
sind sehr weit von den wahren Kosten entfernt", sagte Tarif-Fachmann
Levi Nietvelt von der Europäischen Verbraucher-Organisation
BEUC der
Deutschen Presse-Agentur dpa in Brüssel. Die Anbieter zahlten für das
sogenannte Roaming etwa zehn bis 14 Cent pro Minute. Ihren Kunden
dürften sie aber auch nach dem neuen Eurotarif noch 49 Cent plus
Mehrwertsteuer in Rechnung stellen.
Die EU-Kommission in Brüssel will heute einen
Zwischenbericht zur Umstellung auf den Eurotarif vorlegen. In einigen
EU-Staaten scheine es dabei Probleme zu geben, sagte
Verbraucherschützer Nietvelt. Entsprechende Hinweise habe BEUC aus
Frankreich und Deutschland bekommen.
Forderung: Datenroaming und Messaging müssen angegangen werden
Die EU-Verordnung zur Senkung der Handy-Gebühren im Ausland sei
zwar "insgesamt eine vernünftige Vereinbarung", sagte Nietvelt. Gut
sei auch die verbesserte Information über die Tarife. Der
Verbraucherschützer findet 49 Cent für selbst gewählte und 24 Cent
für angenommene Gespräche im EU-Ausland plus Mehrwertsteuer aber zu
hoch: "Die Kosten liegen bei zehn bis 14 Cent für die Anbieter." Zudem
würden diese Kosten für die Firmen stets zwei Monate vor den nächsten
Gebührensenkungen für die Verbraucher verringert.
Deutlich zu hoch seien nach wie vor auch die Tarife für die
Datenübertragung im Mobilfunk, meinte der Roaming-Experte. An den
Kosten für SMS,
MMS oder Daten ändere
die EU-Verordnung
nichts. Die Kunden seien Umfragen zufolge durchaus daran
interessiert, über ihr Handy das Internet zu nutzen. Vielen sei das
aber zu teuer. "Wenn die Kommission will, dass die Verbraucher das
Internet mobil nutzen, dann muss sie dies angehen", sagte Nietvelt.
Artikel aus dem Themenspecial "Reise und Roaming"