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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 13.02.2012 |
Call-Center: Schlechte Arbeitsbedingungen, spärliche Gehälter23.07.2007
09:38 Branche wächst, aber der Krankenstand der Angestellten auchInhaltsverzeichnis:1. Angerufene sind nicht immer gut aufgelegt2. Der Trend geht in Richtung qualifiziertes Personal
Das Telefon klingelt unentwegt, die Menschen am anderen Ende der Leitung sind nicht immer
gut aufgelegt, die Uhr zur schnellen Gesprächsabwicklung tickt: Die
Arbeit in einem Call-Center kann stressig sein. Bei 50 bis 200 Telefongesprächen pro Tag klingeln den Beschäftigten, so genannten
Call-Center-Agents, abends buchstäblich die Ohren. Die Klagen über
gesundheitliche Beschwerden nehmen entsprechend zu. Dazu kommen
Zeitdruck, oft schlechte Arbeitsbedingungen und spärliche Gehälter.
nächste Seite: Der Trend geht in Richtung qualifiziertes Personal
"Aber es ist eine Branche, die explodiert", sagt Erich Welthe, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Bezirk Neubrandenburg/Greifswald. Allein in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten rund 13 000 Menschen in Call-Centern und verkaufen hier entweder Produkte, nehmen Beschwerden entgegen oder betreiben Meinungsforschung. "Die Rahmenbedingungen der Beschäftigten sind aber sehr bescheiden", kritisiert Welthe. Fünf bis 6,50 Euro pro Stunde Bruttolohn, 30 Stunden Arbeit in der Woche - da kommen nicht einmal 800 Euro am Monatssende zusammen. "Die meisten Call-Center-Agents lassen sich durch Sozialleistungen des Staates ihr Geld aufstocken." Arbeitsbedingungen lassen noch zu wünschen übrigAber nicht nur der geringe Verdienst ärgert den ver.di-Bezirkschef. Auch die Arbeitszeiten der Beschäftigten seien inakzeptabel. Viele arbeiteten zwar nur vier bis sechs Stunden täglich, würden aber zwei Mal am Tag eingesetzt. Dass die Bedingungen in Call-Centern vermehrt zu wünschen übrig lassen, weiß auch Arbeitswissenschaftler Bernd Bienzeisler vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart. Großräume mit bis zu 150 Angestellten seien keine Ausnahme. "Es ist eine sehr stressige Arbeit." Mehr als vier Stunden telefonieren am Stück seien nicht leistbar.
Zudem sei der psychische Druck extrem hoch. "Call-Center geben
Zeiten vor, in denen das Kundenproblem gelöst werden soll", erklärt
Bienzeisler. In der Regel müssten die Agenten in 90 Sekunden geholfen
haben. Dazu kommt, dass die Kunden oft frustriert sind und ihren
Ärger an den Beschäftigten auslassen.
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