weiße Flecken

Alternativen für die DSL-freien Gebiete

Der Internet-Anschluss per Funk oder Satellit
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Trotz des zunehmenden Wettbewerbs im DSL-Markt gibt es noch immer zahlreiche weiße Flecken im Breitband-Atlas für Deutschland. Während in den Ballungsräumen die Netze für Hochgeschwindigkeits-Internet mit Bandbreiten bis zu 50 MBit/s ausgebaut werden, gibt es noch immer viele ländliche Gemeinden, in denen es kein Breitbandangebot gibt. Wer nicht auf die relativ teure Satelliten-Technik zurückgreifen will, muss sich weiterhin mit Schmalband-Geschwindigkeiten durchs Festnetz quälen - denn auch die schnellen Mobilfunk-Angebote, die per UMTS bzw. HSDPA abgewickelt werden, sind abseits der größeren Orte noch nicht verfügbar. Das gilt, wenn auch in geringerem Maße, auch für den GPRS-Turbo EDGE. Zwar hat T-Mobile einen bundesweiten Ausbau bis Ende des Jahres angekündigt, aber selbst dann heißt das nicht unbedingt, dass es EDGE auch flächendeckend geben wird. Gegenüber dem langsamen GPRS bedeuten EDGE-Geschwindigkeiten, die in der Praxis zwischen 150 kBit/s und 200 kBit/s liegen (theoretisch kann EDGE Datenraten bis zu 473 kBit/s erreichen) schon eine deutliche Verbesserung. Wer allerdings aktuelle DSL-Geschwindigkeiten erwartet, wird damit noch nicht zufrieden sein.

Mobile Lösungen helfen nicht immer

Ein weiteres Problem sind die Preise: Während man eine DSL-Flatrate inklusive Telefonanschluss schon ab etwa 30 Euro monatlich bekommt, sind andere Lösungen deutlich teurer. Zwar gibt es mit der Base-Internet-Flat einen Datentarif für 25 Euro monatlich, dafür gibt es im E-Plus-Netz weder HSDPA noch EDGE. Und das UMTS-Netz von E-Plus weist auch noch die eine oder andere Lücke auf. Für 39,95 Euro gibt es von MoobiCent auch eine Daten-Flatrate im Netz von Vodafone. Diese ist zwar teurer, dafür kann man im HSDPA-Netz von Vodafone mit Geschwindigkeiten bis zu 3,6 MBit/s im Download surfen. Hier hat man aber ebenfalls das Problem, dass man abseits der Ballungsräume bestenfalls noch EDGE hat.

Eine Alternative für den Breitband-Zugang auf dem flachen Lande können Unternehmen bieten, die sich auf eine Breitband-Anbindung per Funk spezialisiert haben. Schlagzeilen machte die hessische Gemeinde Lohra, deren Bürger es nicht hinnehmen wollten, ohne schnelle Leitung zum Internet zu bleiben, nur weil die Telekom und deren Wettbewerber nicht in einen entsprechenden Ausbau des dünn besiedelten Gebietes nicht investieren wollen. Seit 2005 wird die Gemeinde per Funk versorgt.

SDSL per Funk

Auf diese Lösung setzen auch immer mehr Gemeinden vor allem in Bayern, wo das Unternehmen CS Telecom aktiv sind. CS Telecom baut ihr Angebot CS Airnet nach eigenen Angaben schon in Orten auf, in denen sich mindestens 5 Nutzer finden, die bereit sind, eine geschlossene Nutzergruppe zu bilden. Das Grundangebot von CS Telecom enthält einen Zugang mit 1 MBit/s im Up- und Download samt Flatrate für die Internetnutzung und einen analogen Telefonanschluss. Dafür werden monatlich 59,95 berechnet. Für 6 Euro mehr gibt es das Paket auch mit ISDN-Anschluss. Für 16 Euro zusätzlich gibt es auch eine Telefonie-Flatrate für Festnetzgespräche innerhalb Deutschlands und in Deutschlands Nachbarländer einschließlich Polen und Großbritannien.

Damit ist die Grundversorgung mit Breitband-Internet per Funk deutlich teurer das in den DSL-Gebieten der Fall ist. Eine 1 MBit/s-Flatrate per Satellit gibt es bei Filiago zwar ab 43,95 Euro, dazu kommen aber noch die Kosten für einen Telefonanschluss, so dass man ebenfalls auf mindestens 60 Euro pro Monat kommt. So richtig billig ist das zwar nicht - diese Beispiele zeigen aber, dass man durchaus Breitband bekommen kann, wenn man es denn unbedingt will. Auch sind ja die Preise beispielweise für Wohnraum auch nicht überall gleich. Für den Mietbetrag, den man in zentralen Lagen der deutschen Großstädte für ein kleines Appartement hinblättert, kann man auf dem Lande schon ein ganzes Haus samt Garten drumrum bekommen.