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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 14.02.2012 |
Editorial: Mobilfunker erhalten zu hohen Interconnect!08.07.2007
16:34 3 zahlt Geld an eigene Kunden für angenommene Gespräche
In Europa gilt bei allen Mobilfunkgesprächen das Prinzip
"Calling Party Pays": Der Anrufer bezahlt alle Kosten, auch die
für die Weiterleitung im Netz des Angerufenen. Damit der Netzbetreiber
des letzteren auf seine Kosten kommt, werden
Interconnect-Entgelte
vom Netzbetreiber des Anrufers an den des Angerufenen bezahlt. Deren
derzeitige Höhe beträgt in Deutschland maximal knapp
10 Cent pro Minute
zuzüglich der Mehrwertsteuer.
In Österreich, wo der Wettbewerbsdruck bei den nationalen Tarifen dank höherer Minutenzahlen und relativ gesicherter Einnahmen aus dem Roaming erheblich intensiver ist als hierzulande, liegen die IC-Entgelte zwar etwas tiefer als in Deutschland, aber nicht allzu viel. Das treibt nun immer seltsamere Blüten: Nicht nur, dass in unserem Nachbarland schon Prepaid-Karteninhaber teilweise zu Endpreisen unter Interconnect-Niveau in Fremdnetze telefonieren können. Jetzt vergütet auch der Netzbetreiber 3 bei den Sixback-Tarifen jeweils 6 Cent auf die Telefonrechnung pro eingehender Gesprächsminute aus den mobilen Fremdnetzen. Dafür kann man eine Minute abgehend telefonieren. Rentabel ist das Produkt für 3 deswegen, weil der Interconnect für Telefonate in das junge Netz höher ist als das, was 3 an die anderen Netzbetreiber zahlen muss. Außerdem wird bei der Berechnung der Gesprächslänge in beiden Fällen zuungunsten des Kunden auf ganze Minuten aufgerundet (abgehende Telefonate) bzw. abgerundet (eingehende Telefonate). Aufgrund dessen, dass man für eine eingehende Gesprächsminute eine ausgehende geschenkt bekommt, unterscheidet sich das Angebot von 3 aber substantiell von dem von o2 in der Vergangenheit hierzulande erhältlichem Loop up, bei dem es auf eine Prepaidkarte mit wesentlich höheren Minutenpreisen eine Gutschrift von zuletzt 2 Cent pro Minute gab. Hier musste man eine Viertelstunde und länger ein Gespräch annehmen, bevor man eine Fremdnetzminute verdient hatte. Zudem galt das Angebot für Verbindungen aus allen Netzen inklusive dem eigenen Netz. Durchschnitts- versus GrenzkostenHintergrund des Problems ist es, dass es praktisch unmöglich ist, ein konsistentes Kostenmodell für den mobilen Interconnect zu finden. Legt man die kompletten Betriebs-, Kapital- und Abschreibungskosten auf den Minutenpreis um, erhält man je nach Rechenmodell und kalkulatorischem Zinssatz recht hohe Werte, die teilweise sogar über den aktuellen IC-Entgelten liegen, zumal, wenn man hierzulande die teuren UMTS-Lizenzkosten mitrechnet. Ein anderer legitimer Ansatz, nämlich die so genannte Grenzkostenbetrachtung, bei der untersucht wird, wie sehr die Netzkosten im Durchschnitt durch eine zusätzliche Gesprächsminute steigen, kommt hingegen auf wesentlich niedrigere Werte. Zumindest die Marktentwicklung in Österreich legt nahe, dass der Wettbewerb dieses Grenzkostenniveau schon längst erreicht hat. Andernfalls wären Angebote wie das von 3 betriebswirtschaftliches Harakiri und somit schlicht und einfach nicht am Markt. Trotzdem sollte die aktuelle Entwicklung eine starke Mahnung an die Regulierungsbehörden einschließlich der deutschen Bundesnetzagentur sein, die Interconnect-Kosten zum Handy weiter zu senken, und dabei auch vor drastischen Schritten nicht zurückzuschrecken. Insbesondere sollten die Mobilfunk-Netzbetreiber aufgefordert werden, überprüfbare Kostenmodelle zu den Grenzkosten einzureichen. Denn beim Festnetz basiert die Höhe der Interconnect-Entgelte schon lange auf einem von Grenzkosten dominierten Ansatz. Netzbetriebs- und Kapitalkosten werden vor allem über die monatliche Grundgebühr auf die Verbraucher umgelegt. Warum soll das beim Mobilfunk anders sein? Weitere Editorials
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