Ratgeber

Worauf man beim Telefon-Kauf achten sollte

Analog, ISDN, einfach oder mit allen Schikanen?
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Auch wenn Handys weiterhin auf dem Vormarsch sind und dank immer günstigerer Handy-Tarife mehr und mehr in den Mobilfunknetzen telefoniert wird, gehört für viele Menschen das Festnetz-Telefon noch immer zur Grundausstattung. Doch auch im Festnetz sind die Zeiten vorbei, in denen man zum Telefonanschluss von der Telekom einen klobigen grauen Apparat dazu bekam, der sich mit einem schrillen Klingeln bemerkbar machte und sich nicht einmal eine Lieblingsnummer merken konnte. Moderne Festnetz-Telefone bieten mittlerweile ebenfalls Rufnummernspeicher für zahlreiche Einträge, große Displays für Festnetz-SMS, integrierte Anrufbeantworter oder polyphone Klingeltöne, die verschiedenen Anrufern zugewiesen werden können. Doch nicht jeder braucht beim Telefonieren so viel Schnickschnack. Wer einfach nur erreichbar sein möchte, ist mit einem schlichten Telefon gut bedient, einfache Modelle sind derzeit schon unter 10 Euro zu bekommen. Manche Benutzer freuen sich auch eher über große Tasten und ein leserliches Display als über vielstimmige Klingeltöne oder einen SIM-Kartenleser, mit dem Kontakte vom Handy auf das Festnetz-Telefon übertragen werden können.

Das richtige Telefon für den jeweiligen Anschluss

Bei der Wahl des Telefons spielt die wichtigste Rolle, an welcher Anschluss-Art der Apparat genutzt werden soll. Für einen Analog-Anschluss braucht man ein Analog-Telefon. Will man die zusätzlichen Funktionen eines ISDN-Anschlusses nutzen, braucht man entsprechend ausgerüstete digitale Geräte. Funktionen wie die Rufnummernübermittlung, die Rufumleitung, der Parallelruf, Anklopfen, Makeln oder eine Konferenzschaltung können auch mit einem analogen Anschluss genutzt werden, dann braucht man allerdings auch ein entsprechend ausgestattetes Telefon, für das man etwas tiefer in die Tasche greifen muss.

Wer zum analogen Anschluss DSL bestellt, hat damit auch eine "zweite Leitung", über die VoIP-Gespräche abgewickelt werden können. Es ist also nicht unbedingt ein ISDN-Anschluss erforderlich, wenn man gelegentlich eine weitere Leitung braucht. Wenn man über den breitbandigen Internet-Zugang telefonieren möchte, braucht man unter Umständen ein spezielles VoIP-Telefon. In den meisten Fällen stellt der Internet-Anbieter aber einen VoIP-Router, der häufig auch schon im Internet-Modem integriert ist. An diesem können dann vorhandene Telefone auch für die Internet-Telefonie genutzt werden. Wie VoIP funktioniert, wird auf speziellen Info-Seiten beschrieben. antikes Festnetz-Telefon

Viele alternative Anbieter vermarkten allerdings nur ISDN-Anschlüsse. Diese sind zwar teurer als der Analog-Anschluss, dafür hat man eine zweite Telefonleitung zusätzlich zum Internet-Anschluss und kann bis zu zehn verschiedene Rufnummern (MSN) verwalten. Das ist praktisch, wenn man mehrere Apparate gleichzeitig an einem Anschluss betreiben möchte, so kann man beispielsweise eine MSN mit dem Faxgerät belegen und verschiedenen Mitbewohnern eigene Telefon-Nummern zuweisen. Mit entsprechenden Adaptern kann man auch analoge Telefone an einem ISDN-Anschluss nutzen. Diese sind allerdings nicht ganz billig (ab etwa 40 Euro). Trotzdem kann beim Umstieg auf einen ISDN-Anschluss ein Wandler für die vorhandenen Geräte günstiger sein als die Anschaffung neuer ISDN-Telefone, insbesondere wenn man nicht die billigsten Geräte wählt.

Es gibt mittlerweile auch Multi-Funktionsgeräte, die sowohl über klassische Festnetz-Leitungen als auch den DSL-Zugang Faxe versenden und zusätzlich als Telefon verwendet werden können. Hersteller Sagem hat mit seinen IP-Phonefaxen derartige Kombi-Geräte im Angebot. Derartige Geräte sind allerdings nicht ganz billig, der Vorteil liegt eher darin, dass man weniger Geräte herumstehen und entsprechend auch weniger Kabelsalat hat und weniger Geräte auch weniger Energie verbrauchen, was bei steigenden Energiekosten durchaus auch eine Überlegung wert sein kann.

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