Gläubiger fordern 1,2 Milliarden Euro von BenQ Mobile
21.03.2007 14:05
Dem stehen nur rund 300 Millionen Euro Betriebsvermögen gegenüber
Die rund 4 350 Gläubiger von BenQ Mobile fordern
zusammen knapp 1,2 Milliarden Euro von dem insolventen Handy-Hersteller.
Wie Insolvenzverwalter Martin Prager heute auf einer Gläubigerversammlung
in München sagte, machen 3 500 ehemalige Beschäftigte des Unternehmens Ansprüche von
zusammen 27 Millionen Euro geltend. Den bisherigen Forderungen steht Prager zufolge ein
Betriebsvermögen von gut 300 Millionen Euro gegenüber, von dem unter anderem die Kosten für die
Transfergesellschaft, für die Auslaufproduktion und etwaige Gerichtsprozesse beglichen werden
müssen.
Wie hoch die Ausschüttungsquote aus der Insolvenzmasse ausfällt, konnte Prager zunächst nicht sagen.
Er rechnet aber mit einer Quote im zweistelligen Bereich, was angesichts üblicher Quoten zwischen drei und
fünf Prozent "beachtlich" sei. Offen sei unter anderem noch, in welcher Höhe Ansprüche gegenüber dem
taiwanesischen Mutterkonzern BenQ geltend gemacht
werden können. Prager betonte auf der Versammlung vor rund 400 Gläubigern, bis zum Abschluss des
Verfahrens könne es angesichts der Größenordnung und drohender Rechtsstreitigkeiten Jahre
dauern.
Prager hatte Ende Februar seine Bemühungen um einen Verkauf des Unternehmens für gescheitert
erklärt. Ende September vergangenen Jahres hatte die ehemalige
Siemens-Mobilfunksparte Insolvenz beantragt.
Der taiwanesische Elektronikkonzern BenQ hatte kurz zuvor erklärt, dass er seine Zahlungen an das
defizitäre Tochterunternehmen einstelle. Insgesamt 3 000 Beschäftigte an den Standorten
München sowie Kamp-Lintfort und Bocholt verloren durch die Pleite ihre Jobs.