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Handy-Viren: Die "Ruhe vor dem Sturm"

19.03.2007
12:47

Kommerzielle Interessen werden bisher selten verfolgt

Inhaltsverzeichnis:

1. Experten: Handy-Viren werden mittelfristig zum Problem
2. Verbreitung via Bluetooth und MMS vor allem durch Unwissenheit möglich

Während Computer-Besitzer vor allem unter Windows mit Viren und anderen Schädlingen zu kämpfen haben, dürften bisher die wenigsten Nutzer von mobilen Geräten mit dieser Problematik konfrontiert worden sein. Auch bei den auf der CeBIT vertretenen Sicherheitsunternehmen nahm die Problematik von Schadprogrammen für Handys, PDAs und Smartphones noch einen geringen Raum ein, zumindest verglichen mit den klassischen PC-Viren. Nach Meinung des russischen Sicherheitsunternehmens Kaspersky Lab wird sich dies zumindest auch kurzfristig nicht ändern: In absehbarer Zeit sei noch keine signifikant wachsende Gefahr durch Viren für mobile Geräte zu erwarten, in ein "industrielles" Stadium sei die Entwicklung noch nicht eingetreten. Die Situation sei allerdings als "Ruhe vor dem Sturm" zu bezeichnen. Hier gelte: Je komplexer mobile Endgeräte werden, desto größer werde auch die Bedrohung. Zwar gebe es bisher lediglich eine sehr überschaubare Zahl von Schädlingen für mobile Geräte, wobei aktuell noch eher "unkomplizierte" Trojaner dominant seien. Allerdings würden die verschiedenen Varianten schon heute unterschiedlichste Technologien und nahezu alle bekannten Plattformen ausnutzen. Insofern sei das Know-How auf Seiten der Virenschreiber erkennbar vorhanden, werde allerdings noch nicht ausgiebig genutzt.


Mit Cabir infiziertes Handy
Foto: F-Secure
In Deutschland seien mobile Schädlinge bisher nur sehr vereinzelt aufgefallen, sagte Jewgenij Kaspersky, CEO des Unternehmens im Rahmen der CeBIT. Probleme könne die Malware aber unter anderem Geschäftsleuten bereiten, die zum Beispiel durch einen Besuch in Russland, einem Verbreitungsgebiet mobiler Viren, diese einschleppten. Aber auch andere Staaten seien betroffen, die beiden verbreitetsten Würmer Cabir und ComWar seien mittlerweile immerhin schon weltweit in rund 30 Ländern aufgetaucht.

Bei aktuellen Handy-Viren sei allerdings ein wirtschaftlicher Schaden nur indirekt gegeben: Schädlinge, die zum Beispiel SMS an teure Premium-Nummern versendeten, befänden sich augenscheinlich noch nicht in einem ausgereiften Stadium. Somit sei es den Viren-Programmierern im Gegensatz zum PC-Bereich offensichtlich noch nicht gelungen, mit ihrer Malware auch Geld in großen Mengen zu erwirtschaften.

F-Secure: Symbian 60 3rd Edition bisher virenfrei

Diese Einschätzung teilt auch Mikko Hyppönen, Chef der Sicherheitsfirma F-Secure. Zwar sei in Russland schon ein Fall bekannt, bei denen ein Virus ohne Zutun des Nutzers SMS an Premium-Nummern versende und somit Umsätze bei den Malware-Programmieren generiere, die die Nummer für sich reserviert haben. Die große Mehrheit der Virenprogrammierer in diesem Sektor seien aber Hobby-Programmierer. Es werde noch einige Zeit vergehen, bis auch auf Profit ausgerichtete Kriminelle systematisch in dieses Segment vordringen, dieser Schritt werde aber kommen: Auch im PC-Sektor habe die Virenwelle so begonnen, sagte Hyppönen im Gespräch mit teltarif. Bis kommerzielle Kriminelle dieses Segment für sich entdeckten, sei daher nur einen Frage der Zeit. Aktuell beschränke sich der Schaden durch mobile Viren aber hauptsächlich auf leere Akkus oder das Überschreiben von Software. Andere Varianten hinderten das Handys daran, überhaupt noch zu starten. Im vergangenen Jahr war mit dem Wurm Mobler zudem erstmals ein Schädling aufgetaucht, der sich zwischen mobilen Gerät und Windows XP bewegen konnte, dabei aber keinen großen Schaden anrichtete.

Die ersten Schädlinge für mobile Geräte seien 2004 entdeckt worden, aktuell seien F-Secure 349 verschienene Varianten bekannt, unter denen aber auch zahlreiche Mutationen seien. Betroffen seien in erster Linie Geräte mit dem Symbian-60-2nd-Edition-Betriebssystem, das unter anderem auf zahlreichen Nokia-Handys verwendet wird. Andere Plattformen blieben bisher nahezu unbehelligt, im Gegensatz zu den Personal Computern sei hier das Microsoft Betriebsystem Windows Mobile fast gar nicht betroffen, was auf die weit geringere Marktdurchdringung im Vergleich zum Computer-Markt zurückzuführen sei. Gänzlich virenfrei sei nach Erkenntnissen von F-Secure bisher Symbian 60 3rd Edition. Dies sei auch auf die gute Zusammenarbeit von F-Secure und Nokia zurückzuführen, betonte Hyppönen. Der Illusion, dass dies so blieben werde, gibt sich der Sicherheitsexperte aber nicht hin, auch hier würden zukünftig Lücken gefunden werden.
 

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RE: SMS in ausländische Netze hajo.w 19.04.07 16:45
RE: SMS in ausländische Netze avego 19.04.07 09:32
RE: SMS in ausländische Netze hajo.w 18.04.07 17:22
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre