"Die europäische Union fährt auf der Regulierungsautobahn,"
so das Fazit der EU-Medienkommisarin Viviane Reding
zum Ende einer informellen Tagung der
27 EU-Telekommunikationsminister
am Rande der Computermesse
CeBIT.
Für Handytelefonate über europäische Grenzen hinweg sollen
die Verbraucher somit bald
deutlich weniger zahlen.
Bis Juni solle eine
endgültige Entscheidung gefällt werden, sagte EU-Medienkommissarin Viviane
Reding heute nach einem Treffen der Minister während der Computermesse
CeBIT. Die Entscheidung fällt also noch
während der EU-Ratspräsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland.
Einer Deckelung der Preise müssen noch das Europäische Parlament
sowie die Minister der Mitgliedstaaten formal zustimmen. Die Preise
für Auslandstelefonate sollen dann noch in diesem
Jahr, möglichst bis zum Sommerurlaub, reduziert werden.
Ebenso offen ist noch, wie hoch der Preis für Telefonate im Ausland
sein darf. Nach jüngsten Informationen peilt die Kommission bei
Verbraucher-Preisen für Anrufe ins Heimatland eine Obergrenze von 50 Cent
pro Minute an und von 15 bis 20 Cent bei eingehenden Anrufen - vsl.
jeweils zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer in
den Mitgliedsländern. Die genauen Preisgrenzen sollen
bis Ende Juni verhandelt werden. Die
Deutsche Telekom veranschlagt derzeit 59 Cent
pro Minute. Prepaidkunden zahlen je
nach Anbieter noch deutlich mehr und würden von einer solchen
Obergrenze profitieren.
Bundeswirtschaftminister Glos forderte einen
Verbraucherschutztarif. Die neue Obergrenze von 50 Cent plus Mehrwertsteuer
ist so bemessen, so dass in vielen Fällen nicht unbedingt eine
Preissenkung aus den Plänen der EU beim Endverbraucher ankommt - zumindest für
die deutschen Verbraucher.
Telefongesellschaften kritisieren den EU-Vorstoß
Die Unternehmen haben die geplante Preisregulierung schon vorab kritisiert. "Die
Tendenz zeigt ganz klar, dass die Preise für Telefonate im Ausland
sinken", sagte ein T-Mobile-Sprecher. Die
Preise seien in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden,
zuletzt im Januar. Der Deutschlandchef von
Vodafone, Friedrich Joussen, sieht den Wettbewerb
durch die Regulierung gefährdet. Die Idee der EU-Kommission bringe
aus seiner Sicht den Wettbewerb zum erliegen, sagte er der
Nachrichtenagentur dpa-AFX - vielleicht vorschnell.
Von der derzeitigen Regelung profitieren vor allem die
Mobilfunkanbieter in den Urlaubsländern Italien und Spanien.
Vodafone wie auch die Telekom geben die hohen Gebühren nur
zum Teil an ihre Kunden weiter. Bei T-Mobile macht
dies nach Angaben des Unternehmens
jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag aus.
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