Das Sicherheitsunternehmen
Symantec meldete in einem Blog-
Eintrag die mögliche
Entdeckung eines neuen, noch ungepatchen
Sicherheitslecks in
Word von
Microsoft - was ein
fünftes offenes Sicherheitsleck in der Textverarbeitung bedeutet hätte. Symantec habe von
mehreren Organisationen Word-Dateien erhalten, die den Trojaner
Mdropper.X enthielten. Nach Aussagen von Symantec seien diese
Word-Dokumente wie schon bei vorherigen Fällen in gezielten Angriffen auf
bestimmte Organisationen eingesetzt worden, bei denen die Dokumente "in Sprache
und Inhalt" speziell auf das jeweilige Opfer-Unternehmen zugeschnitten
waren.
Symantec meldete die neue Word-Lücke allerdings unter dem Vorbehalt, es könne
sich auch um eine Variation von schon bekannten Schwachstellen handeln. Dieser
Vorbehalt scheint sich nun bestätigt zu haben. InformationWeek zufolge
soll Microsoft in einem E-Mail-Statement die neue Word-Lücke dementiert haben.
Es handle sich dabei nur um eine Abwandlung einer schon im Dezember aufgedeckten
Sicherheitslücke in Word.
Das moderne Szenario einer ferngesteuerten Wirtschaftsspionage
Dennoch kann bei der Sicherheit im Umgang mit Word-Dokumenten keine Entwarnung
gegeben werden, bestehen doch nach wie vor vier
ungepatchte Sicherheitslücken in Microsofts Textverarbeitungsprogramm. Über jede
dieser kritischen Sicherheitslücken können Angreifer die Kontrolle über die
betroffenen Rechner gewinnen. Im konkreten Fall von gezielt angegriffenen
Unternehmen kann das beispielsweise bedeuten, dass die Angreifer, ohne dass der
Nutzer es bemerken würde, vollständige Einsicht und Zugriff auf sämtliche, auf
dem Rechner gespeicherten Dokumente erlangen kann - das moderne Szenario einer
ferngesteuerten Wirtschaftsspionage.
Auch Microsoft scheint sich dieser Bedrohung bewusst zu sein. Der
Software-Hersteller definierte vor kurzem genauer,
was eigentlich unter den in Sicherheits-Kommentaren immer wieder formelhaft
genannten "sehr begrenzten, gezielten Angriffen" ("very limited, targeted
attacks") zu verstehen sei. Im Unterschied zu den per Massenmailing
verbreiteten, großflächigen Angriffen, seien hier ganz gezielte,
maßgeschneiderte Angriffe auf eine kleine Anzahl von Unternehmen,
manchmal sogar nur ein einzelnes, gemeint.
Auch bekannte Absender-Adressen können gefälscht sein
Da die Internet-Kriminellen ihre Späh-Trojaner beständig abwandeln, können sie
immer wieder Zeitfenster schaffen, in denen die Signaturen der
Anti-Viren-Software die neueste Variante noch nicht erkennen und somit den
Schutz unterlaufen. Hier kann dann nur noch die Vorsicht der Nutzer
beim Umgang mit unaufgefordert zugesandten Dokumenten helfen.
Sicherheitsunternehmen raten sogar, im Zweifelsfall auch Dokumente aus
bekannten Quellen nicht ohne vorherige Rückfrage zu öffnen, da auch
bekannte Absender-Adressen gefälscht sein können.